Die hochsommerlichen und teils steigenden Temperaturen machen nicht nur uns Menschen, sondern auch den Stadtbäumen, begrünten und bepflanzten Stadtoasen in Deutschlands Städten oft schwer zu schaffen.

Nicht genügend Wasser zu haben, verursacht den Bäumen in Hitzeperioden Stress. Es kann sich stark schädigend auf den Baum selbst und sogar überlebensbedrohend auswirken. In vielen deutschen Städten wie Frankfurt oder auch Berlin, wo rund 431.000 Stadtbäume eine grüne Lunge bilden, werden Baumpaten und -patinnen gesucht, die vor allem während der trockenen Hitzeperiode zum Wassereimer greifen. Aber auch Anrainer werden vielerorts aufgerufen, Bäume und vor allem Jungbäume zu pflegen sowie während der Sommerhitze mit viel zusätzlichem Wasser zu versorgen.

BUND ruft zu kräftigen Wasserspenden für Stadtbäume

Damit Stadtbäume und Pflanzen aufgrund des durch Trockenheit entstehenden Wassermangels sowie des absinkenden Grundwassers nicht dursten müssen, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND, www.bund.net) bereits zu Sommerbeginn dazu aufgerufen, den Stadtbäumen reichlich Wasser zu spenden. Laut Bund erkennt man austrocknende Bäume daran, dass sich Blätter einrollen, vergilben und zuletzt abgeworfen werden. Sichtbar seien diese Symptome im höchsten Wipfel zu sehen.

So hilft man Stadtbäumen: einmal pro Woche kräftig gießen

Wie beim Gießen des eigenen Gartens gilt auch bei der Wasserversorgung der Stadtbäume, diese frühmorgens – weil der abgekühlte Boden am Morgen Feuchtigkeit am besten absorbieren kann – oder spätabends nach Sonnenunterganz vorzunehmen. Die Bäume sollten regelmäßig, am besten einmal pro Woche und dann kräftig gegossen werden, damit das Wasser tief in den Boden bis zu den Wurzeln vordringen kann. Einige wenige Zehn-Liter-Eimer oder Gießkannen voll Wasser pro Woche helfen den Bäumen und sichern ihren Erhalt.

Jungbäume und neu gesetzte Bäume benötigen besondere liquide Aufmerksamkeit: täglich ein wenig oder mindestens 50 Liter Wasser pro Woche sollte man ihnen zuführen, damit sie in ihrer Verankerung und in ihrem Wachstum nicht beeinträchtigt sind und sich in wenigen Jahren zu kräftigen Gespielen im städtischen Grün entwickeln können.

Warten, bis das Wasser versickert ist

Manchmal sind auch das Erd- und Pflanzenreich rund um einzelne Bäume stark ausgetrocknet, verhärtet oder verdichtet. Das führt dazu, dass das Gießwasser anfangs schwerer in das Erdreich zu den Wurzeln vordringen kann. Ratsam ist, den Eimer oder die Gießkanne langsam zu kippen oder den Gartenschlauch erst leicht aufzudrehen, damit sich das Erdreich anfeuchten und die folgende Wasserversorgung gut aufnehmen kann. Das Wasser sollte nicht zu nahe an den Baumstamm, sondern mit Abstand verschüttet werden, damit es das weit verzweigte Wurzelreich besser aufnehmen kann.   

Stadtbäume gießen reißt kein Loch in den Etat

Die Kosten für Trinkwasser variieren innerhalb Deutschlands, weil Preise und Gebühren von unterschiedlichen Faktoren abhängig sind. Laut Berliner Wasserbetriebe kostet in Berlin ein Liter Wasser rund 0,5 Cent (inklusive der Abwassergebühr und Steuern). Um aber nicht das kostbare Trinkwasser zum Gießen verwenden zu müssen, wurden an vielen Orten in der Stadt eigene Wasserpumpen eingerichtet, die auf der OpenStreetMap der bund-berlin.de-Seite zu finden sind. Wer einen Garten besitzt, könnte mit Sprengwasser oder vielleicht auch mit gesammeltem Regenwasser zum Einsatz schreiten.

Gieß den Kiez  

In Berlin sorgt sich die Internetplattform giessdenkiez.de um den Erhalt des städtischen Baumbestandes. Die Website führt alle Stadtbäume an und informiert über deren jeweiligen Wasserbedarf. Bürger und Bürgerinnen können auf dieser Seite vermerken, wann zuletzt sie einen Baum gegossen haben und können sogar einen bestimmten Blatt-Favoriten zur Pflege abonnieren. In Absprache mit Anrainern und Nachbarn lässt sich aber auch bestimmt auf analogem Wege ein Netzwerk zur fairen, bürgerschaftlichen Verteilung der Bewässerung bilden.

Informationen zum richtigen Baum-Guss

Weitere Informationen und hilfreiche Tipps zum richtigen Gießen der Bäume findet man unter anderen auf www.bund-berlin.de, www.berlin.de, www.bund.net oder auch www.giessdenkiez.de: Wie man gießt und ob man sich zur Arbeitsteilung mit Anrainern und Nachbarn vernetzen kann. Wie man Wasser spart, und woher man dieses beziehen kann.

Auf giessdenkiez.de, das in Zusammenarbeit vieler Kreativer, Behörden und Bürgern im Rahmen des Innovations-Netzwerkes City Lab gegründet worden ist, informiert eine digitale Karte über Berliner Straßenbäume, die mehr oder weniger Wasser benötigen.

Auf den Websites der städtischen Wasserbetriebe wie der Berliner Wasserbetriebe www.bwb.de zum Beispiel findet sich ein Kostenrechner für Trink- und Sprengwasser.