Eine Immobilie kaufen ‒ das hört sich einfacher an, als es ist. Im deutschen Bürokratie- und Paragraphendschungel können sich juristische Laien schnell verirren. Unter Umständen sogar, ohne es rechtzeitig zu bemerken. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bei jedem Hauskauf ein Notar dem Käufer als Fachmann zur Seite stehen muss.

Der Notar sorgt für Rechtssicherheit

In Deutschland kann eine Immobilie nur dann den Besitzer wechseln, wenn ein notariell beurkundeter Kaufvertrag unterschrieben vorliegt. Alle vertraglichen Details werden vom Notar schriftlich festgehalten, sodass es keinen Platz für Missverständnisse oder womöglich einen Rechtsstreit gibt. Dadurch gewährleistet er Rechtssicherheit, und zwar für Käufer und Verkäufer. Zudem setzt der Notar den finalen Kaufvertrag auf und veranlasst anschließend den Grundbucheintrag.

Ein Notar ist nicht als Anwalt tätig

Ein Notar kann frei gewählt werden. Auch können Käufer und Verkäufer bei Unzufriedenheit jederzeit den Notar wechseln. Da jedoch der Käufer sämtliche Notarkosten trägt, liegt die endgültige Entscheidung bei ihm. Nach Fertigstellung des Kaufvertrages hat der Käufer die Chance, das Schriftstück selbst gründlich zu prüfen. Er darf auch juristisch und formell relevante Fragen an den Notar stellen. Dieser antwortet sachlich korrekt, jedoch ausdrücklich unparteiisch und nicht wertend, denn er ist nicht in der Funktion eines Anwaltes tätig. Als solcher müsste er im Sinne seines Mandanten alle möglichen Vorteile für ihn herausschlagen. Die Aufgabe eines Notars dagegen ist formell, er agiert unparteiisch und neutral. Er bewahrt die rechtliche Korrektheit des Kaufvertrages sowie aller anderen relevanten Abläufe, wie zum Beispiel die Bezahlung der verkauften Immobile.

Notare sind auch auf anderen Feldern tätig

Die notarielle Beurkundung eines Dokuments bestätigt rechtlich bindend, dass die unterzeichnenden Personen dessen Inhalt kennen und genehmigen. Dieser Vorgang räumt beiden Parteien Rechtssicherheit ein. Der Notar begleitet Käufer und Verkäufer zudem durch den bürokratischen Dschungel, gibt Erklärungen und sorgt für die korrekte Einhaltung aller Formvorschriften. Diese Sicherheit ist nicht auf den Häusermarkt beschränkt. Auch die Beurkundung oder Beglaubigung von anderen Dokumenten, Abschriften oder Unterschriften gehört zum Aufgabenbereich eines Notars, ebenso die Unterstützung beim Aufsetzen von Testamenten oder der Regelung von Scheidungen.

Kosten und Honorar eines Notars

Beim Erwerb einer Immobilie fallen Notar- und Gerichtsgebühren an. Diese muss der Käufer tragen. Die genaue Höhe regelt das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Es schreibt für jedes Geschäft einen bestimmten Gebührensatz vor. Die Bundesnotarordnung (BNotO) verpflichtet den Notar, diese Gebühren zu erheben. Ausgehend vom jeweiligen Gebührensatz errechnet sich die konkrete Summe nach der vom Geschäftswert abhängigen Gebührenstaffelung. Bei Immobilienkaufverträgen belaufen sich die Kosten auf 1,5 Prozent des Kaufpreises, davon etwa ein Prozent Notarkosten und 0,5 Prozent Grundbuchkosten. Wer beispielsweise eine Immobilie zu einem Kaufpreis von 500.000 Euro erwirbt, muss etwa 7.500 Euro für Notarkosten und Grundbuchkosten veranschlagen. Allerdings kann der Notar einen Teil der Gebühren in Abhängigkeit vom Umfang seiner tatsächlich erbrachten Leistungen festlegen. Deshalb kann die endgültige Höhe von diesem Beispielwert abweichen. Alle entsprechenden Gesetze und Verordnungen sind unter www.gesetze-im-internet.de im Internet zu finden. Wem das Juristendeutsch zu kompliziert ist, der kann stattdessen nach einem der zahlreichen Gebührenrechner suchen.