Noch bis vor einigen Jahren war es üblich, dass ein Mieter verpflichtet war, sich direkt nach dem Umzug bei der Meldebehörde umzumelden. Der Eigentümer hatte damit nichts zu tun. Doch vor fast drei Jahren wurde die Kontrollpflicht von Vermietern gegenüber ihren Mietern gesetzlich verschärft. Seit dem 1. November 2015 müssen Mieter sowohl bei der An- wie auch bei der Abmeldung einer Wohnung eine Bestätigung des Vermieters beim Einwohnermeldeamt vorlegen. Die Regelung geht auf das Bundesmeldegesetz von 2015 zurück, welches die zuvor geltenden landesgesetzlichen Regelungen abgelöst hat.[1]

Auch der Vermieter hat darauf zu achten, dass die Meldebescheinigung innerhalb von 14 Tagen von ihm selbst oder einer beauftragten Person unterschrieben wird. Kommt nämlich ein Vermieter der Forderung seines Mieters in diesem Zeitraum nachweislich nicht nach, drohen Bußgelder bis zu 1.000 Euro.[2]

Bevor es zwischen dem Wohneigentümer und dem Mieter zu einem Streit über mögliche Strafgebühren kommt, erscheint es ratsamer, dass der Vermieter den Vorgang von vornherein selbst steuert. Denn hat er die unterschriebene An- oder Abmeldebescheinigung rechtzeitig ausgehändigt, ist es an dem Mieter, sich mit dem Schreiben rechtzeitig beim Einwohnermeldeamt zu melden.

Natürlich darf der Vermieter einen neuen Bewohner bei dem Vorgang unterstützen. Dazu sollte er dann das amtliche Formular verwenden, das in der jeweiligen Meldebehörde bereitliegt. Auch ist es mittlerweile in manchen Kommunen möglich, den Einzug eines neuen Mieters elektronisch zu bestätigen. In diesem Fall ist es für Vermieter ratsam, sich bei ihrer Meldebehörde vorab über die technischen Details zu informieren.

Der Vermieter hat durch das seit Ende 2015 geltende Meldegesetz neben Pflichten aber auch neue Rechte erhalten. Letztlich muss die jeweilige Meldebehörde dem Vermieter mitteilen, ob sich eine meldepflichtige Person auch wirklich an- oder abgemeldet hat. Von der Behörde kann der Vermieter über eine Anfrage auch erfahren, wie viele Personen für die jeweilige Wohnung angemeldet sind. Kommt es zu Abweichungen gegenüber den Angaben des Mieters, kann der Vermieter ihn dann direkt darauf ansprechen.

[1] de.wikipedia.org/wiki/Meldegesetz
[2] www.finanzen.de/news/16774/neue-gesetze-zum-1-november-2015-meldegesetz-und-online-shopping