Worauf Eigentümer bei der Nachrüstung eines Kamins achten sollten

Wer für den Winter einen Kachelofen oder Kamin in seine Immobilie integrieren will, sollte rechtzeitig mit der Planung beginnen. Ein nachträglicher Einbau ist zwar fast immer umsetzbar, allerdings gibt es ein paar wichtige Details zu beachten.

Im Regelfall dürfte die eigentliche Bauphase nicht mehr als eine Woche in Anspruch nehmen.[1] Planungsaufwand und damit verbundene Kosten können allerdings stark variieren. Zunächst ist es wichtig, zu wissen, ob ein Schornstein an der geplanten Stelle vorhanden ist oder, ob dieser nachträglich eingebaut werden muss. In jedem Fall sollten Eigentümer bereits in der Planungsphase mit einem Schornsteinfeger zusammenarbeiten, um die Einhaltung baulicher Vorgaben sicherzustellen.[2] Schon der Rohbau des Schornsteins muss übrigens vom zuständigen Schornsteinfeger abgenommen werden.

Der Aufwand beim Einbau des Kamins oder Ofens selbst hängt davon ab, wie die Voraussetzungen im Haus sind. Wurde bereits beim Bau des Hauses ein zukünftiger Kamineinbau berücksichtigt, erleichtert das die Nachrüstung deutlich – etwa durch Aussparungen bei dem Verlegen von Stromleitungen oder Heizelementen im Fußboden. Wer schon bei der Hausbau-Planung die notwendigen Voraussetzungen für den Einbau eines Kamins miteinbezieht, kann später viel Geld sparen.

Generell sieht der Gesetzgeber den Einbau eines Kamins oder Kachelofens als Modernisierungsmaßnahme an. Dabei ist nicht maßgeblich, wie die übrige Heizung des Hauses gestaltet ist. Die Kosten für die Handwerkerleistungen sind in einer Höhe von bis zu 20 Prozent steuerlich absetzbar. Materialkosten kann der Eigentümer nicht geltend machen.[3]

Wer bereits einen Kamin oder Ofen besitzt, muss darauf achten, dass das Gerät regelmäßig gewartet wird und den Feinstaubvorgaben gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) entspricht. Nach der „Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen“ müssen eingebaute Kaminöfen bis 2024 gemäß einem Stufenplan nachgerüstet werden.[4]

Allgemein dürfen in Deutschland nur Öfen verbaut werden, die über ein „Ü-Zeichen“ – ein

Überwachungszeichen gemäß DIN-Norm 18891 – verfügen. Einbau, Wartung und Abnahme erfolgen immer über den zuständigen Schornsteinfeger.[5]

Ofenbesitzer sollten auch immer an den Brandschutz denken. Für brennbares Material wie Vorhänge, Teppiche oder Möbel gilt es, den Mindestabstand von etwa 40 Zentimetern zum Ofen beziehungsweise Ofenrohr einzuhalten. Zusätzlich lohnt es sich, bei Fußböden aus Holz oder brennbaren Materialien eine Bodenplatte einzubauen. Sie sollte eine Mindestbreite von 50 Zentimetern haben und eine Mindesttiefe von 30 Zentimetern.

[1] www.houzz.de/ideabooks/96355981/list/kamine-oder-kacheloefen-nachtraeglich-einbauen
[2] www.haustec.de/heizung/waermeerzeugung/schornstein-nachruesten-die-wichtigsten-fragen-normen-und-gesetze
[3] www.vlh.de/wohnen-vermieten/eigentum/einbau-eines-kachelofens-ist-steuerbeguenstigt.html
[4] www.umweltbundesamt.de/publikationen/novellierung-verordnung-ueber-kleine-mittlere
[5] blog.century21.de/wissenswertes-ueber-den-nachtraeglichen-kamineinbau