Ein Einbruch in die eigene Wohnung ist ein Szenario, mit dem jeder rechnen sollte. Denn leider sind Wohnungseinbrüche in Deutschland keine Einzelfälle mehr, sondern häufen sich zunehmend. Laut polizeilicher Kriminalstatistik ist im Jahr 2015 die Zahl der Wohnungseinbrüche um fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Bundesweit wurden 167.136 Fälle von Wohnungseinbrüchen registriert. Dennoch fühlt sich laut einer aktuellen Umfrage des Verbandes Wohneigentum NRW und der Firma Abus der überwiegende Teil der 1.894 befragten Immobilienbesitzer in den eigenen vier Wänden sicher. Gründe hierfür sehen die Ersteller der Umfrage vor allem in der hohen Bereitschaft der befragten Eigentümer, in die Sicherheit der eigenen Immobilie zu investieren. So gaben 72 Prozent der Befragten an, typische Schwachstellen wie Haus- und Balkontüren sowie Fenster und Nebeneingänge besonders gesichert zu haben. Den Umfrageergebnissen zufolge ist rund jeder dritte Eigentümer bereit, 500 bis 1000 Euro für konkrete Maßnahmen zur Sicherung der eigenen Wohnung auszugeben. Mehr als 1500 Euro wollten 28 Prozent der Befragten in den Schutz ihrer Wohnung investieren.

Wer sein Wohneigentum gegen Einbruchversuche schützen will, sollte sich zuerst über mögliche Gefahren und deren Abwehr informieren. Informationen rund um das Thema Wohnungseinbruch bietet die Bundespolizei mit einem speziellen Onlineauftritt an. Generell gilt, mögliche Schwachstellen so zu sichern, dass diese den Tätern keinen schnellen Zugang gewähren. Denn mehr als ein Drittel aller Einbrüche bleibt im Versuchsstadium stecken, da vorhandene Sicherungsmaßnahmen an Türen und Fenstern durch die Täter nicht schnell genug überwunden werden können. Die größte Schwachstelle im Haus oder der Wohnung ist vor allem die Eingangs- beziehungsweise die Wohnungstür. Diese lässt sich jedoch relativ einfach mit mechanischer Sicherheitstechnik nachrüsten. Sicherheitsexperten raten vor allem das Türschloss zu sichern. Ein Schutzbeschlag schützt das Schloss vor Aufbohrversuchen. Idealerweise verfügt er über eine zusätzliche Zylinderabdeckung. Wird die Tür außerdem durch ein Querriegelschloss gesichert, sind weitere Sicherungsmaßnahmen der Tür in der Regel nicht notwendig. Anstelle eines Querriegels kann auch ein zusätzliches Kastenschloss mit Sperrbügel angebracht werden. Dieses Schloss wird auf der Türinnenseite montiert und im Mauerwerk verankert – so erhöht es den Sicherheitswert der Tür. Auch der Türrahmen sollte durch spezielle Schließbleche vor Aufhebelversuchen gesichert sein. Auch die Scharniere der Tür lassen sich sichern.

Investitionen in Einbruchschutz werden staatlich gefördert

Wer in die mechanische Sicherung seiner Wohnung oder seines Hauses investieren will, kann dafür Fördermittel der staatlichen Förderbank KfW in Anspruch nehmen. Wohnungsbesitzer können sogar bei einer Kombination von Maßnahmen zur Barrierereduzierung und Einbruchschutz Fördergelder von bis zu 6.250 Euro erhalten.