Eigentumswohnungen gewinnen in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Käufer wollen sich damit nicht nur vor steigenden Mietzahlungen schützen, sondern sehen in Immobilien auch eine gewinnbringende Kapitalanlage und einen wichtigen Teil der Altersvorsorge. Besteht kein Eigenbedarf oder werden mehrere Objekte erworben, werden die Wohnungen vermietet. Der Eigentümer findet sich damit in einer neuen Position wieder: Er ist nun Vermieter und muss sich um die Verwaltung der Immobilie kümmern.

Die Aufgaben, die mit dieser Position einhergehen, sind vielseitig. Ist die Wohnung unvermietet, muss sie zu einer marktgerechten Miete inseriert und passende Mieter müssen gefunden werden. Bei erfolgreicher Vermietung endet der Aufwand jedoch nicht bei der Kontrolle der regelmäßigen Mietzahlungen. Ob defekte Klingelanlagen, verstopfte Abflüsse oder verlorene Briefkastenschlüssel – der Vermieter fungiert in allen Belangen als Ansprechpartner für die Bewohner. Die Verwaltung einer Eigentumswohnung steht also in Verbindung mit einer Vielzahl an administrativen und organisatorischen Aufgaben.

Externe Hausverwalter bringen viele Vorteile mit sich

Wenn Eigentümern die Verwaltung als zu aufwändig oder zeitintensiv einstufen, beauftragen sie in der Regel eine Hausverwaltung. Durch diese Form des Outsourcings lassen sich alle anfallenden Pflichten entspannt regeln. Die Hausverwaltung übernimmt sowohl die Instandsetzung als auch die Instandhaltung der Immobilie und kümmert sich darüber hinaus um Neuvermietungen und Abrechnungen. Von großem Vorteil ist dabei die Erfahrung, die ein solcher Dienstleister mit sich bringt. Die Experten wissen, welche Pflichten erfüllt werden müssen, koordinieren Mietzahlungen und haben anstehende Wartungen und Termine im Blick.

Eigentümer profitieren stark vom Netzwerk der Hausverwaltung. Denn die verfügt beispielsweise über Kontakte zu allen notwendigen Dienstleistern, vom Handwerker über Sanitärdienste bis hin zum Hausmeister. Oftmals blicken die beiden Parteien auf eine langfristige Zusammenarbeit zurück, die dem Vermieter zugutekommt.

Auch das Wissen um das Mietrecht sowie aktuelle Änderungen, das von den Fachleuten der Hausverwaltung bereitgestellt wird, sorgt für einen reibungsloseren Ablauf. In Anbetracht der Vielzahl an neuen Gesetzen und Reformen, wie etwa dem Mietendeckel in Berlin, können so Unsicherheiten auf Eigentümerseite vermieden und eine effektive Verwaltung der Immobilie sichergestellt werden.

Outsourcing wirkt negativ auf die Rendite

Das Beauftragen einer Hausverwaltung hat jedoch einen Nachteil: Es entstehen dem Eigentümer zusätzliche Kosten. Die Höhe orientiert sich am Umfang der Verwaltungsaufgaben sowie am Vertragsmodell. Je nach Region und Standort der Immobilien fallen monatlich entweder pauschal zwischen 15 und 30 Euro oder anteilige Kosten von 3 bis 6 Prozent der Kaltmiete an.

Indem sie die Verwaltung selbst übernehmen, können sich Eigentümer diese Beträge sparen und die Rendite ihrer Wohnung steigern. Seminare, Workshops oder Fachliteratur helfen dabei, sich die erforderliche Expertise anzueignen. Verschiedene Softwares ermöglichen die zentrale Steuerung der Verwaltung. Sie geben einen Überblick über aktuelle Mieter, bieten Programme zur Abrechnung der Betriebskosten und zur Organisation anstehender Aufgaben und Mieteranfragen.

Kontrolle und Transparenz in der Selbstverwaltung

Durch die Selbstverwaltung ist der Eigentümer zu jeder Zeit auf dem aktuellen Stand. Er kann kontrollieren, welche Maßnahmen eingeleitet werden und welche Kosten damit verbunden sind. Laufen diese Aufgaben über eine Hausverwaltung, kommen die Informationen oftmals erst verspätet beim Vermieter an.

Der Verzicht auf einen externen Dienstleister als Bindeglied ermöglicht zudem einen besseren Kontakt zum Mieter. Schon bei der Entscheidung, wer die Wohnung künftig beziehen soll, lernen sich Eigentümer und Vermieter kennen. Der persönliche Umgang zwischen den beiden Parteien kann die spätere Verwaltung deutlich erleichtern.

Entscheidung muss individuell erfolgen

Wohnungseigentümer müssen sich jedoch darüber bewusst sein, dass die Verwaltung einer Immobilie mit sehr viel Zeit und Arbeit einhergeht. Das Mietrecht und damit verbundene Änderungen oder Reformen können zudem Schwierigkeiten mit sich bringen. Durch den Einsatz einer externen Hausverwaltung kann dieser Aufwand abgegeben werden. Verfügt der Eigentümer jedoch über die entsprechende Expertise, lassen sich an dieser Stelle unnötige Kosten sparen. Eine einheitliche Antwort auf die Frage „Selbstverwaltung oder Outsourcing?“ gibt es also nicht. Die Entscheidung hängt von der individuellen Präferenz und vor allem von der verfügbaren Zeit des Vermieters ab.