In der eigenen Wohnung zu wohnen, hat viele Vorteile. Beispielsweise die größeren Gestaltungsmöglichkeiten, die Eigentümer im Vergleich zu einer gemieteten Wohnung haben. Dadurch können sie ihre Immobilie nicht nur vollständig dem eigenen Geschmack anpassen. Funktionale Änderungen und Anpassungen an gewandelte Bedürfnisse, wie das fortschreitende Alter sie mit sich bringt, können Eigentümer ebenfalls eigenständig vornehmen. Das gilt für Selbstnutzer sowie für Kapitalanleger, die mithilfe altersgerechter Umbaumaßnahmen entweder die Vermietbarkeit verbessern oder geschätzte Mieter halten können.

Wo Mieter erst ihren Vermieter um Erlaubnis bitten müssen, können Eigentümer selbst entscheiden, ob sie beispielsweise das Badezimmer erneuern möchten, ein Zimmer teilen wollen oder zusätzliche Steckdosen setzen lassen. Deshalb sind sie gerade dann im Vorteil, wenn es darum geht, eine Wohnung altersgerecht umzurüsten. Das Recht, selbst über die Gestaltung der eigenen vier Wände entscheiden zu dürfen, wirkt sich sogar in dreifacher Hinsicht positiv aus. Wie schon erwähnt sind Eigentümer bei Änderungen in ihrer Wohnung nicht von der Zustimmung anderer abhängig. Lediglich wenn das Gemeinschaftseigentum betroffen ist, etwa weil ein Aufzug angebaut werden soll, muss die Wohnungseigentümergemeinschaft gemeinsam entscheiden. Zweitens können Eigentümer die gewünschten Veränderungen langfristig planen und Schritt für Schritt vornehmen. Auf diese Weise lassen sich Aufwand und Kosten für einen altersgerechten Umbau deutlich senken. Drittens haben Eigentümer dadurch mehr Möglichkeiten, um im Alter oder aufgrund anderweitiger Einschränkungen im gewohnten Umfeld und Zuhause wohnen zu bleiben. Und für Anleger erhöht sich die Vermietbarkeit ihrer Immobilie. Schließlich wissen nicht nur ältere Menschen, sondern auch Familien oder Bewohner mit Handicap eine barrierearme Wohnung zu schätzen.

Es lohnt sich schon für junge Eigentümer, bei anstehenden Renovierungs- oder Verschönerungsmaßnahmen die Zukunft im Blick zu behalten. Wer etwa den Wohnungsgrundriss verändern möchte, um ein zusätzliches Kinderzimmer zu gewinnen, kann frühzeitig auf ausreichend breite Türöffnungen und schwellenlose Durchgänge achten. Die erforderlichen neuen Lichtschalter sollten so angebracht werden, dass sie auch von Personen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit gut zu bedienen sind. Lohnen kann es sich auch, Taster und Kippschalter mit flächiger Bedienung zu wählen, anstatt auf kleine Knöpfe und Drehschalter zurückzugreifen. Über eine Steckdose direkt unter dem Lichtschalter freuen sich keinesfalls nur Senioren, sondern alle, die dort jahrein, jahraus den Staubsauger einstecken werden.

Bei einer Badsanierung lassen sich ebenfalls ohne große Zusatzkosten frühzeitig die Weichen dafür stellen, um eine Immobilie für Bewohner jeden Alters nutzbar zu machen. Angst, dass das Bad dann den Charme eines Altersheims versprüht, muss niemand haben. Denn zum einen passen altersgerechte Einrichtungen wie bodengleiche Duschen oder Badewannen mit Einstiegstüren auch in moderne Badezimmer. Zum anderen müssen weniger attraktive Elemente wie Haltegriffe oder Duschsitze nicht prophylaktisch montiert werden. Eine entsprechende Vorbereitung der Wand ist ausreichend und ebenso unsichtbar wie sinnvoll. Im Bedarfsfall ist der Griff dann schnell montiert, und zwar ohne dass Dreck und hohe Kosten anfallen.

Sowohl Anleger als auch Selbstnutzer sollten die Freiheit, die das Wohneigentum ihnen schenkt, mit Weitblick nutzen.