Im Internet findet man auf nahezu jede Frage eine Antwort. Auch auf die Frage, wo man sein teures Hab und Gut mit Schmuck, Geld, Münzen, Urkunden und Goldbarren sowie Verträge und Dokumente aufbewahrt, damit gelegentliche Langfinger, Räuber oder Diebe dies bei einem Überraschungsbesuch nicht mitgehen lassen.

Dazu spuckt Google sogar Top-Ten-Listen mit den beliebtesten und vermeintlich einfallreichsten Verstecken für Wertsachen aus. Einigen Rankings zufolge werden die meisten dieser im Kleiderschrank, unter der Matratze, in Keksdosen, Büchern, Blumenvasen, hinter Bildern, in einer geheimen Schubladen-Lade oder in der Schmutzwäsche versteckt.

Auch gut gemeinte Tipps zur Verwahrung der Schätze oder des Bargeldes erscheinen auf der Bildfläche: falsche Wandsteckdosen mit Stauraum, leere Konservendosen, der Klassiker des leeren Buches inmitten der Bibliothek und viele andere. Doch auch Einbrecher können lesen. Besonders trickreich erdachte Verstecke wie im Tiefkühlfach oder hinter dem Toilette-Spülkasten sind auch Langfingern und jenen, die es noch werden wollen, zugänglich und bestimmt bekannt.

Bankschließfach gilt als die sicherste Verwahrung

Wohin gibt man aber seine Kronjuwelen während einer längeren Abwesenheit oder in den Ferien? Am sichersten gelten Bankschließfächer, die bei verschiedenen Bankinstituten zu unterschiedlichen Bedingungen und Versicherungsverträgen über kürzere oder längere Zeiträume gemietet werden können. Laut einem NDR-Bericht bewegen sich die durchschnittlichen Kosten zwischen 70 und 80 Euro pro Jahr, wobei größere Schließfächer teurer sind. Einige Banken vermieten Schließfächer nur an Kunden, einige wenige gar keine. Die Kosten sind von Bankinstitut zu Bankinstitut unterschiedlich.

Schatzkammer Tresor

Eine sicherere Option, wertvolle Dinge zuhause unauffindbar für Fremde zu verstauen, sind Tresore, die es in unterschiedlichen Ausstattungen, Preisen oder Größen zu kaufen gibt. Wenn es nicht gleich ein luxuriös ausgestatteter Panzerschrank mit Minibar sein soll, dann sind Wertsachen in den meisten, handelsüblichen Tresoren sicher aufgehoben. Sofern es sich nicht um tragbare Safes in Form von Alltagsbehältern wie Schuhboxen, Schatullen, Batterien oder Gewürzdosen handelt. Neben Wertschutztresoren, Feuerschutztresoren, Stahlbüroschränken, Datensicherungstresoren, Aktentresoren, Hoteltresoren, Wertfachanlagen und vielen anderen sind fest in der Wohnimmobilie verankerte Tresore besonders sicher.

Wand- oder Bodentresore gelten als besonders sicher

Wand- oder Bodentresore werden in die Wand oder in den Fußboden eingemauert, was relativ dicke Wände oder Fundamente voraussetzt. Wandsafes gelten deshalb als besonders sicher, weil den Panzerknackern die Zeit zum Ausbau oder Aufbruch des verankerten Safes fehlt. Sind diese auch noch schwer auffindbar, verlieren Eindringlinge auf ihrem Beutezug wertvolle Zeit.

Eine gewichtige Rolle spielt auch die Beschaffenheit des Verschluss-Systems. Mechanische oder elektronische Zahlenkombinationen gelten als sicherer als ein Sicherheitsverschluss mit einem Schlüssel, weil Schlüsselsysteme leichter aufgebrochen werden können. Und wenn der Tresorschlüssel noch zufälligerweise daneben liegt, ist es um den Inhalt geschehen. Zertifizierte Tresore bieten zudem Feuerschutz.

Da mit dem Einbau von Wand- oder Bodentresoren hohe Kosten verbunden sind, und Tresore danach mit der Immobilie verbunden und ortsfest sind, eignen sie sich besonders für Haus- oder Wohnungseigentümer, weil die Vorrichtung nicht übersiedelt werden kann. Es macht daher Sinn, bereits beim Neubau, bei der Hausplanung oder beim Umzug über den Einbau eines Wand- oder Bodentresors nachzudenken. Zudem ist es sehr schwer und manchmal unmöglich, Bodentresore nachträglich einzubauen.

Möbeltresore lassen sich leichter einbauen

Auch nach dem Ein- oder Umzug und auf leichtere Weise lassen sich Möbeltresore an das Mobiliar angepasst einrichten. Als in Möbel eingebaute Tresore machen sie es Panzerknackern schwer entdeckt zu werden. Wie Wand- und Bodentresore sind auch Möbeltresore in verschiedenen Sicherheitsstufen, Größen, mit Brandschutz oder Feuersicherheit zur Verwahrung von Dokumenten sowie mit verschiedenen Verschlusssystemen erhältlich.

Versicherungsschutz bei Einbrüchen besteht im Rahmen der Hausratsversicherung bis zu einer gewissen Entschädigungsgrenze. Privatpersonen sind grundsätzlich nicht verpflichtet, Tresore anzuschaffen. Manche Berufsgruppen wie Polizeibeamte oder Jäger sind schon dazu verpflichtet. Waffen und Munition zum Beispiel müssen in eigenen Waffentresoren sorgfältig verwahrt werden. Im Waffengesetzt von 2017 heißt es, dass jeder, der Munition oder Waffen besitzt, die erforderlichen Vorkehrungen treffen muss, die verhindern, dass diese Gegenstände abhandenkommen oder Unbefugten zugänglich sind.

Einbruchschutz hat Priorität

Um Einbrecher abzuschrecken, sind Sicherheitsvorkehrungen wie Alarmanlagen, Smart Technologie, Sichtschutz, Bewegungsmelder oder Sicherungsschlösser ratsam, geschlossene Fenster voraussetzend. Sollte noch keinerlei Wertschutzschrank zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, Wertsachen an mehreren Orten aufzubewahren. Je mehr Bücher, desto geringer ist die Chance, auf jene Buch-Attrappe mit den persönlichen Wertgegenständen im Inneren zu treffen. Denn je mehr Zeit Eindringlinge haben, desto kreativer werden sie auf Beuteschau. Und gehen bestimmt nicht mit leeren Händen wieder bei der Tür hinaus.