Wohnungseigentümer haben die Möglichkeit, Kosten, die bei der Renovierung einer vermieteten Wohnung entstehen, noch im gleichen Jahr als Werbungskosten abzusetzen. Generell können Vermieter alle Kosten, die bei vermieteten Immobilien anfallen, steuerlich absetzen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um kleinere Reparaturen handelt, wie ein verstopftes Abflussrohr oder einen neuen Farbanstrich, oder um aufwändigere Renovierungen, wie den Einbau eines neuen Badezimmers. Dabei müssen Vermieter jedoch darauf achten, dass die entstehenden Kosten als sogenannte Erhaltungsaufwendungen beurteilt werden. Denn nur dann können sie noch im gleichen Jahr in voller Höhe als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Fallen die Kosten dagegen nicht unter diesen Erhaltungsaufwand, werden sie vom Finanzamt stattdessen als sogenannter Herstellungsaufwand eingeordnet. Dieser kann dann über mehrere Jahre hinweg von der Steuer abgesetzt werden. Diese Möglichkeit, Kosten einer vermieteten Immobilie von der Steuer abzusetzen, wird auch Abschreibung genannt.

Was gilt als Erhaltungsaufwand?

Nach Vorgaben des Bundesfinanzministeriums gelten alle Aufwendungen, die der Erneuerung von bereits existierenden Teilen oder Anlagen der Immobilie dienen, als Erhaltungsaufwand. Wichtig dabei ist, dass die ursprüngliche Verwendungs- oder Nutzungsmöglichkeit erhalten bleibt. Als Beispiel kann der Einbau neuer Fenster dienen. Tauschen Vermieter alte Fenster durch Fenster mit zeitgemäßem Standard aus, gilt dieser Aufwand ganz klar als Erhaltungsaufwand. Sämtliche Kosten, sowohl die Arbeitszeit der Handwerker als auch die Kosten für das neue Material, können als Erhaltungsaufwand steuerlich geltend gemacht werden. Hingegen können beispielsweise Kosten für einen Dachausbau oder Ausgaben für das nachträgliche Anbringen von Balkonen nicht als Erhaltungsaufwand geltend gemacht werden. In diesen Fällen wird die Nutzungsmöglichkeit der Immobilie nicht erhalten, sondern erweitert. Kosten, die im Zusammenhang mit solchen Arbeiten entstehen, müssen jährlich abgeschrieben werden.

Renovierungskosten sollten nicht über 15 Prozent vom Kaufpreis liegen

Eigentümer, die vermieten, sollten jedoch das Verhältnis zwischen Renovierungskosten und Kaufpreis beachten. Wenn die Gesamtausgaben für Renovierungen innerhalb von drei Jahren nach dem Hauskauf 15 Prozent des Immobilienkaufpreises übersteigen, ist ein Absetzen dieser Kosten in dem Jahr, in dem sie angefallen sind, nicht möglich. Stattdessen müssen sie dem Kaufpreis hinzugerechnet und abgeschrieben werden. Nur Aufwendungen für regelmäßige Wartungs- und Ablesearbeiten können unabhängig von sonstigen Sanierungsmaßnahmen sofort als Werbungskosten berücksichtigt werden.