Wer Eigentümer einer Immobilie ist, hat sicherlich schon einmal den Begriff Obliegenheit oder auch „Obliegenheitspflicht“ gehört. Doch was genau ist damit gemeint? Rechtlich gesehen bezeichnet er Pflichten, die von einem Gläubiger nicht eingeklagt werden können. Der Begriff wird häufig von Versicherungen im Zusammenhang mit Gebäudeschäden benutzt. So muss ein Versicherungsnehmer, der ein Haus oder eine Eigentumswohnung besitzt, bestimmte Obliegenheiten erfüllen, will er im Schadensfall den Versicherungsschutz seines Gebäudes nicht gefährden will.

Verstößt der Kunde dagegen, kann der Versicherer den bestehenden Vertrag kündigen. Für den Versicherungsfall eines Ein- oder Mehrfamilienhauses gelten bestimmte Voraussetzungen. Das Gebäude muss stets in einwandfreiem Zustand gehalten werden. Schäden müssen umgehend gemeldet werden. Wurde eine erste Dachbeschädigung nicht gemeldet und wird das Dach bei einem Sturm anschließend stärker in Mitleidenschaft gezogen, ist der Versicherer berechtigt, die Leistung einzuschränken.

Wird ein Wohngebäude beispielsweise im Winter nicht genutzt, ist wiederum der Eigentümer dafür verantwortlich, dass dennoch geheizt wird und Wasserleitungen zuvor entleert werden oder auch das Wasser abgestellt wird.

Der Eigentümer muss auch vorbeugen

Die Obliegenheit des Versicherungsnehmers bedeutet im Prinzip, alles ihm Mögliche zu unternehmen, dass erst gar keine Schäden entstehen können. Wird ein Gebäude von außen so beschädigt, dass es die Sicherheit des Hauses oder auch der Gebäudeumgebung gefährdet, muss der Schaden umgehend an die Versicherung gemeldet und zeitnah auch beseitigt werden.

Ein Eigentümer sollte genau prüfen, wie die Versicherungsbedingungen bei einer Gebäudehaftpflichtversicherung lauten. „Verstoßen Sie großfahrlässig gegen Ihre Obliegenheit zur Auskunft, Aufklärung oder Vorlage von Belegen, verlieren Sie Ihren Anspruch auf die Versicherungsleistung“, heißt es in einem Versicherungstext, der hier nur als Beispiel dienen soll.

Wer alle Regeln befolgt, profitiert selbstverständlich von der Wohngebäudeversicherung. Sie schützt das Haus vor allem bei Sturm- und Hagelschäden, im Brandfall und bei auslaufendem Leitungswasser. Gleichzeitig sollte man immer auch eine Gebäudehaftpflicht-Versicherung abschließen, die dann eintritt, wenn sich etwa Personen durch Gebäudeschäden oder einen defekten Gehweg verletzen.