Zum Kauf einer Eigentumswohnung gehört auch, dass man sich um sein zukünftiges Eigentum angemessen kümmert und es entsprechend in einem guten Zustand hält. Das liegt nicht nur im eigenen Interesse eines Eigentümers, sondern ist gesetzlich vorgeschrieben. Nach dem Wohneigentumsgesetz sind Wohnungseigentümer dazu verpflichtet, eine Instandhaltung und Instandsetzung des gemeinschaftlichen Eigentums zu gewährleisten. Darunter fallen zum Beispiel Treppenhaus, Dach, Keller und andere Gemeinschaftsflächen, aber auch Hausleitungen, zum Beispiel für Abwasser. Um die Instandhaltung dieses Gemeinschaftseigentums zu sichern, muss vom Eigentümer eine sogenannte Instandhaltungsrückstellung bezahlt beziehungsweise angespart werden. Der Begriff Rücklage oder Rückstellung bezeichnet im Allgemeinen einen finanziellen Überschuss, der für Zwecke in der Zukunft bestimmt ist. Für Käufer einer Immobilie macht es Sinn, Rücklagen zu bilden, um zum Beispiel auf unvorhergesehene Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten vorbereitet zu sein. Anfallende Kosten können so mit Hilfe dieser Rücklage aufgefangen werden. Außerdem werden von diesem Geld anfallende Instandhaltungsmaßnahmen bezahlt.

Was sind Instandhaltungsmaßnahmen?

Zu Instandhaltungsmaßnahmen gehört nicht nur die Instandsetzung, wenn etwas kaputt ist, sondern auch die regelmäßige Wartung und Inspektion, zum Beispiel von technischen Anlagen. Nicht zu den Instandhaltungsmaßnahmen gehören dagegen die klassischen Schönheitsreparaturen wie das Tapezieren von Wänden oder das Streichen von Heizkörpern. In vermietetem Eigentum werden diese Schönheitsreparaturen in der Regel vom Mieter getragen, wenn dies so im Mietvertrag vereinbart wurde. Instandhaltungskosten muss der Vermieter beziehungsweise der Eigentümer selbst tragen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn der Mieter verantwortlich ist für den Schaden, der eine Instandsetzung nötig macht. Allerdings können Eigentümer die Instandhaltungskosten steuerlich absetzen.

Welche Kosten sind im Allgemeinen zu erwarten?

Je nach Zustand der Immobilie fallen unterschiedliche Kosten an. Bei Altbauten kann schneller eine größere Reparatur nötig sein als bei einem Neubau. Prinzipiell gilt, dass Bad, Küche und Heizungsanlage im Schnitt alle 15 bis 20 Jahre erneuert werden müssen. 25 Jahre nach Erstausführung sollten Außentüren und Fenster erneuert oder generalüberholt werden. Das Dach und der Außenputz eines Gebäudes empfiehlt es sich alle 30 bis 40 Jahre zu erneuern.