Kaum ein anderes Land der Welt hat so viele Steuergesetze wie Deutschland. Doch bieten sich auch gute Möglichkeiten, einen Teil davon zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen. So ergeben sich nicht nur Optionen für Kapitalanleger, Kosten bei einer Vermietung anteilig abzusetzen. Auch Selbstnutzer haben gute Chancen, einen Teil ihrer Ausgaben vom Finanzamt erstattet zu bekommen.

Putzhilfe und Handwerkerleistungen anrechenbar

Grundsätzlich können in einer selbstbewohnten Immobilie haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden. Dazu gehören alle beim Finanzamt angemeldeten Unterstützungen durch Dritte. Anerkannte Tätigkeiten sind Putzen im Haus, Kinderbetreuung und Reinigungsarbeiten auf dem Grundstück inklusive Schneeräumen. Gleiches gilt für eine Kochhilfe und den Gärtner.

Handelt es sich um Arbeitskräfte, die bei der Minijobzentrale gemeldet sind, kann der Eigentümer 20 Prozent der Kosten absetzen, maximal jedoch 510 Euro pro Jahr.

Sind die Hilfskräfte sozialversicherungspflichtig tätig oder arbeiten selbständig, sind Ausgaben in Höhe von bis zu 4.000 Euro pro Jahr anrechenbar. Die Maßnahmen müssen stets innerhalb einer Wohnung beziehungsweise eines Hauses stattfinden oder auf dem dazugehörigen Grundstück.

Höhere Beträge als bei Minijobbern gelten bei Handwerkern. 20 Prozent der Kosten für Handwerkerleistungen können bis zu einem Betrag von 1.200 Euro pro Jahr von der Steuerschuld abgezogen werden. Darunter fallen unter anderem Sanierungsmaßnahmen wie eine Außenwanddämmung oder die Ertüchtigung eines alten Dachs. Absetzbar sind stets nur die Arbeitskosten inklusive Fahrkosten sowie anteilig Maschinenkosten. Materialkosten gehören nicht dazu und müssen im Falle einer Gesamtrechnung des Handwerkers abgezogen werden.

Interpretationsspielraum bei der Nutzung eines Arbeitszimmers

Ein häufiger Knackpunkt bei der Steuererklärung ist das Arbeitszimmer. Die deutschen Finanzämter geben dazu an, dass es den Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit darstellen muss. Ein Tag pro Woche im Homeoffice zu arbeiten, reicht also nicht aus. Voll absetzbar ist ein Arbeitszimmer für Lehrer und Außendienstmitarbeiter. Dazu gehören beispielsweise auch Ausgaben für die Einrichtung des Zimmers.

Um die Kosten zu ermitteln, die auf das Arbeitszimmer entfallen, muss der genutzte Raum anteilig auf die Gesamtwohnfläche berechnet werden. Anschließend können dann prozentual Aufwendungen etwa für Heizung, Strom und Müllabfuhr angesetzt werden.

Bei anderen Berufen gilt ein anderer Grundsatz. Wird überwiegend von zu Hause gearbeitet oder wird im Job kein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt, können Angestellte ihre Kosten als Werbungskosten absetzen. Es dürfen bis zu 1.250 Euro pro Jahr geltend gemacht werden. Selbständige können entsprechend Betriebskosten absetzen.

Wer sich bei solchen Fragen nicht sicher ist, sollte einen Steuerberater hinzuziehen. Generell sollte damit gerechnet werden, dass ein örtliches Finanzamt die Notwendigkeit eines Arbeitszimmers infrage stellt und dann einzelne Kosten nicht erstattet. In solchen Fällen ist es dem Eigentümer weiterhin möglich, beruflich benötige Arbeitsmittel wie etwa einen Computer und ein Smartphone steuerlich abzusetzen.

Was Kapitalanleger im Falle einer Vermietung absetzen können, erfahren sie hier: