Weihnachtsmänner an der Hausfassade, blinkende Schneemänner vor den Toren und Rentiere mit oder ohne rot leuchtende Nasen: Weihnachten steht vor der Tür. Nicht nur in amerikanischen Vorgärten wird der Vorfreude auf Weihnachten mit Lichterschmuck und Geräuschkulisse ein fulminanter Ausdruck verliehen. Auch bei uns geht die Weihnachtsdeko weit über den eigenen Wohnraum hinaus. Längst ist man auch hier auf den Geschmack festlich geschmückter Gärten, Fassaden, Terrassen oder des Hausflurs gekommen.

Niedlich, kitschig oder kunstvoll drapiert – In den eigenen vier Wänden sind dem kreativen Spiel mit der Weihnachtsdeko oder Gestaltung mit Lichterketten und Girlanden keine Grenzen gesetzt. Innerhalb dessen dürfen Wohnungseigentümer wie Mieter jeden einzelnen Millimeter nach Belieben dekorieren. Das gilt jedoch nicht außerhalb der eigenen Wohnung. Bei der Kreativität im Treppenhaus, das von allen Parteien benutzt wird, auf Balkonen und Terrassen, an der Fassade oder auf dem Dach ist Rücksichtnahme gefragt, damit der Haussegen in der Weihnachtszeit nicht schief hängt.

Nicht jede Weihnachtsdeko muss geduldet werden

Nicht selten kommt es wegen Lichterketten auf Balkonen, Girlanden, Tannenzweigen und Laternen im Treppenhaus oder Fassaden-Verzierungen zu Diskussionen und im schlimmsten Fall zu Streitigkeiten mit den Nachbarn. Rücksichtnahme ist gefragt. Bewohner eines Mehrfamilienhauses müssen nicht alles tolerieren und haben ein Veto-Recht in Bezug auf das Gemeinschaftseigentum. Schließlich sollte man sich durch weihnachtliche Geräuschkulissen, Duft-Accessoires oder Beleuchtung gestört fühlen.

Singender Weihnachtsmann im Treppenhaus? Kann, muss aber nicht sein.

Duftsprays oder ein trällernder Weihnachtsmann im Treppenhaus sind nicht jedermanns Sache. Mieter wie auch Eigentümer in Mehrfamilienhäusern sind daher gut beraten, sich vorab mit anderen Bewohnern und Wohnungseigentümern über Weihnachtschmuck mit Licht, Duft oder Musik im Treppenhaus zu verständigen. Fühlt sich nämlich jemand durch einen Duft belästigt, oder versperrt der auf Bewegung reagierende Weihnachtsmann den Weg und singt bei jedem Hauseintritt so laut, dass man vielleicht nachts nicht schlafen kann, dann ist es vorbei mit der Weihnachtsstimmung und Ärger ist vorprogrammiert.

Dieser lässt sich durch Absprache zu geplanten Installationen verhindern. Weihnachtsmänner, um bei diesem Beispiel zu bleiben, oder Zimt-Duft im Treppenhaus verlangen die Zustimmung aller betroffenen Wohnparteien. Außerdem gilt es, die gesetzliche Ruhezeit ab 22 Uhr bis sechs Uhr morgens einzuhalten. Sind alle Parteien mit Duftkonzeption oder Weihnachtsschmuck einverstanden, spricht nichts dagegen, das Haus in ein Weihnachtsmärchen zu verwandeln.

Weihnachtsmann, bitte nicht stören!

Das Gleiche gilt für einen singenden Weihnachtsmann im eigenen Vorgarten, am Dach oder am Balkon. Fühlen sich Nachbarn durch die Sing- oder Leuchtkünste von Weihnachtsmännern, Bäumen oder Rentieren vor allem zu Beginn der Ruhezeit ab 22 Uhr gestört, muss man den Netzstecker ziehen. Will man Weihnachtsdeko oder -beleuchtung auf Fassaden montieren, verlangt es nach Rücksprache mit dem Hauseigentümer oder der Eigentümergemeinschaft. Der Weihnachtsmann und sein Rentiergefolge müssen in erster Linie sicher montiert sein, dürfen keine Gefahr darstellen und vor allem während der gesetzlichen Ruhezeit nicht durch Geräusche oder Beleuchtung stören. Thront die Weihnachtsdeko auf dem Balkon oder der Terrasse, spricht nichts dagegen, so eine Gefährdung von Mitmenschen durch unsorgfältiges Befestigen ausgeschlossen werden kann. Generell gilt auch hier: Weihnachtsmann und Co., bitte nicht ungebührend stören! 

‚Safety first‘ und Rücksichtnahme

Weihnachtskränze an den Türen haben hierzulande eine lange Tradition. Sie sind auch erlaubt, wenn sie sorgfältig und sicher befestigt sind. Duftkerzen oder Kranzgestecke mit Kerzen verstoßen gegen die Brandschutzbestimmungen und sind daher nicht erlaubt. Sie strahlen, blinken und erhellen auf stimmungsvolle Weise nicht nur das Wohnungsinnere, sondern auch Terrassen und Balkone. Lichterketten und Leucht-Deko in den verschiedensten Farben, Größen und Formen sind weit verbreitete und beliebte Schmuckstücke in der vorweihnachtlichen Zeit. Prinzipiell sind sie im Außenbereich erlaubt. Sofern sie sicher installiert sind, die Hausfassade nicht beschädigen und die Nachbarn nicht übermäßig gestört werden. Das lässt sich bestimmt im Vorfeld mit den Nachbarn klären, um gemeinsam eine besinnliche Adventzeit genießen zu können.