Als erstes Bundesland wagte Berlin im Juni 2015 die Einführung der Mietpreisbremse. Bis heute folgten der Hauptstadt rund 300 weitere deutsche Städte bei der Einführung des in Branchenkreisen heftig diskutierten Gesetzes. In den vergangenen sechs Monaten zeigte sich bundesweit nach und nach, dass die Mietpreisbremse zumindest als Werkzeug der Mietenregulierung umstritten ist. Denn das im März 2015 beschlossene Gesetz hält nicht überall das, was es dem Namen nach verspricht.

Über die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland sollten  dank Mietpreisbremse bezahlbar sein

Ursprünglich sollte die Mietpreisbremse in Städten mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt die rasante Mietpreisentwicklung dämpfen und so mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Demnach darf die Miete bei einer Neuvermietung nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. In welchen Lagen die Mietpreisbremse  gilt, legen die Kommunen selbst fest. Der Deutsche Mieterbund schätzt, dass bisher rund 21 Millionen von insgesamt 39 Millionen auf dem Markt verfügbaren Wohnungen von der Mietpreisbremse betroffen sind.

Mietpreisbremse bleibt vorerst ohne Wirkung

Ob die Mietpreisbremse in der Praxis tatsächlich wirkt, bleibt weiterhin unklar. Am Beispiel von Berlin zeigt sich dies besonders gut. Die Hauptstadt verzeichnete in den vergangenen Jahren enorme Mietpreisanstiege auf dem Wohnungsmarkt. Mit der Einführung der Mietpreisbremse im gesamten Stadtgebiet sind die Mieten zwar kurzzeitig auf 8,50 Euro pro Quadratmeter gesunken, danach aufgrund der ungebremst hohen Nachfrage  jedoch wieder auf durchschnittlich 8,73 Euro pro Quadratmeter angestiegen. In sieben weiteren Städten mit Mietpreisbremse stiegen die Mieten bis Oktober 2015 ebenfalls weiter an. Dass die Mietpreisbremse angespannte Mietmärkte kaum entlastet, liegt zum einen daran, dass sie mittelfristig die Mieten auf hohem Niveau einfriert. Zum anderem kann sie keine Wirkung zeigen, da sie die tatsächlichen Ursachen der Mietpreisentwicklung, die knappen Wohnraumversorgung, unberücksichtigt lässt. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass Immobilien weiterhin eine sichere und zukunftsführende Kapitalanlage sind. Anleger sollten jetzt lediglich verstärkt darauf achten, dass Sie eine Lage wählen, in der die ortsübliche Vergleichsmiete und die Miete bei Neuvergabe möglichst nahe beieinander liegen. Es ist dafür von Vorteil, sich auf Städte mit gleichbleibend hoher Nachfrage nach Wohnungen zu konzentrieren. Entlastung für den Wohnungsmarkt an sich kann auf Dauer nur adäquater Neubau bringen, der staatlich gefördert ist, im Gegensatz zu einem staatlich regulierten Mietenmarkt.