Weihnachten steht vor der Tür. In den USA wie auch in Großbritannien gewinnt der Kamin dann besondere Bedeutung. Dort rutscht bekanntlich der Weihnachtsmann alias Santa Claus durch den Schornstein, um die auf dem geschmückten Kaminsims präsentierten Socken mit Geschenken vollzustopfen. In hiesigen Breitengraden übernimmt meist das Christkind die Rolle seines amerikanischen Kollegen und fliegt durch die geöffneten Fenster in die weihnachtlich verzierten Wohnräume. Doch auch hierzulande spielt der Kamin gerade in der vorweihnachtlichen Winterzeit eine knisternde Rolle.  

Ein offener Kamin ist die klassische „Feuerstelle“ im Innenbereich

Der offene Kamin gilt als Klassiker und ist wie kein anderes Wohnelement Inbegriff für Behaglichkeit und Wohnlichkeit. Fest an einem Platz im Mauerwerk des Hauses verankert und umrundet von feuerfesten Ziegeln befindet sich in seinem Inneren eine Brennmulde oder -schale. Der zwingend erforderliche Schornstein sorgt für den Abzug des Feuerrauchs.  

Bei der Knister-Partie am offenen Kamin auf das Lüften nicht vergessen

Laut Bundesimmissionsschutzverordnung (BlmSchV) dürfen offene Kamine nur gelegentlich und mit Holz oder Holzbriketts befeuert werden. Damit das Feuer nicht an Kraft verliert, braucht es ausreichend Sauerstoff, den es aus dem Innenraum bezieht. Auf regelmäßiges Lüften darf also nicht vergessen werden. Offene Kamine sind romantisch, strahlen angenehme Wärme ab, haben aber eine niedrige Energiefrequenz. Sie geben nur rund 20 Prozent der Wärme an den Raum ab und entwickeln neben Feinstaub auch Qualm und Ruß.

Emissionswerte dürfen nicht überschritten werden

Die BlmSchV schreibt bestimmte Emissionswerte für Feinstaub oder Kohlemonoxid vor, die offene Kamine und andere Öfen nicht überschreiten dürfen. Die Schadstoff-Werte werden im Zuge einer regelmäßigen Wartung vom zuständigen Schornsteinfeger überprüft, er zeichnet auch für die Abnahme des Kamins verantwortlich. Werden die Werte überschritten, müssen gerade ältere oder historische Kamine beispielsweise mit Staubfiltern nachgerüstet oder auch stillgelegt werden. Ein in dieser Verordnung enthaltener Stufenplan sieht die Nachrüstung von Kaminöfen bis spätestens 2024 vor. Aus Sicherheits- und Umweltgründen dürfen in Deutschland nur noch Öfen mit einem Überwachungszeichen DIN-Norm 18891 verbaut werden.

Vielleicht kein Kamin für Santa Claus, aber für Liebhaber des „inneren Feuers“

Heute gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Kaminarten. Ihre Gemeinsamkeit ist ihre einzigartige, wohlige Atmosphäre. Neben den nostalgischen Kaminen mit offener Feuerstelle gibt es auch Kaminöfen. Sie sind über ein Ofenrohr an den Schornstein angeschlossen. Besser bekannt unter den Namen Cheminée- oder Schwedenofen sind sie freistehend und im Nachhinein gut in den Wohnraum einzubauen. Die Öfen mit einer eigenen Brennkammer haben sich zu beliebten Interieurs etabliert. Wasserführende Kaminöfen können durch einen Wärmetauscher sogar das Heizsystem unterstützen, damit das ganze Haus mit angenehmer Wärme versorgen und mit Solaranlagen kombiniert werden.

Romantisch, smart und intelligent

Kein Brennholz, kein Rauch, aber trotzdem Wärme und Atmosphäre bieten auch Gaskamine. Statt eines Schornsteins bedarf es einer Abgasleitung für den mit Gas betriebenen Kamin. Die Reinigung hält sich in Grenzen, weil Gas im Vergleich zu Holz im Brennraum ohne Rückstände verbrennt. Allerdings handelt es bei Gas um einen fossilen, nicht um einen nachhaltigen Brennstoff. Einige moderne Gas- wie auch Elektro- oder Pellet-Kamine sind sogar für die smarte Bedienung, für die Integration in das gesamte Smart Home geschaffen. Solche Hightech-Geräte lassen sich per App am Smartphone von unterwegs steuern, ein- und ausschalten, und die Temperatur kann wie beim Heizsystem bereits vor Ankunft zuhause reguliert werden.

Elektrokamin, Kamin mit Pellets als Brennstoff oder doch ein Gel-Kamin? 

Elektrokamine sind einfach zu montieren, leicht zu bedienen und springen mit Strom aus der Steckdose an. Ihr simuliertes Feuer scheint bestechend echt und kann bei smarten Geräten auch per App entfacht werden. Für Pellet-Kamine braucht es kein Holz, sondern Pellets, die Co2-neutral sind und einen hohen Wärmewirkungsgrad haben. Es gibt Pellet-Öfen, deren Befüllung auch automatisch geregelt werden kann. Für Gel-Kamine braucht es lediglich Brenngele, die Feuer entfachen. Diese Kaminarten machen sich zwar als Hingucker schick, erfüllen aber keine wärmetechnischen Anforderungen. Sie lassen sich relativ leicht auch nachträglich in den Wohnraum integrieren. Kamine mit hochentzündlichem Bio-Ethanol bergen ein Brandrisiko. Zudem sind sie nicht zum Heizen, mehr als Blickfang geeignet. Beim Verbrennen von Ethanol entstehen neben Kohlenstoffdioxid auch schädliche Stoffe, die unbedingt abgelüftet werden müssen. Ein klassischer Kachelkamin mit relativ hohen Anschaffungskosten behält viel Rest- und angenehme Strahlungswärme, muss aber regelmäßig gereinigt werden.

Welcher Kamin soll es nun sein?

Freistehend, eingebaut oder doch fest im Mauerwerk verankert? Welcher Brennstoff soll das Feuer entfachen, Holz, Pellets, Elektro, Gas oder Gel? Schornsteinfeger und Fachleute informieren über die jeweils individuell geeignete Variante und beraten auch über den Standort im Haus, Brandschutz oder eine Brandschutzunterlage, über Kosten, Vor- und Nachteile des jeweiligen Modells, das Wohltat und Heizsystem zugleich sein kann.