Das Anstreichen der Innenwände zählt zu den letzten Schritten, bevor man endlich die Umbauarbeiten oder eine Restaurierung hinter sich lassen kann, die neue Wohnung beziehen und das Farbkonzept in der alten Wohnung genießen kann. Alle paar Jahre tut es gut, der Wandfarbe sprichwörtlich einen neuen Anstrich zu verpassen, die bestehende Farbe aufzufrischen und von Schlieren und Flecken zu befreien oder gänzlich eine neue Wandfarbe auszuwählen. Auch für emsige Heimwerker kann dieses malerische Vorhaben eine Herausforderung sein. Wir haben uns nach den Schritten im Vorfeld und Tipps umgesehen, damit das Ausmalen am besten gelingt.

Die Farbe gibt den Ton an

Die Pantone-Farbe des Jahres, das Grün des Lieblingskleides oder die Wandfarbe der Nachbarwohnung mögen beeindruckend sein. Es muss aber nicht zutreffen, dass sie auch im eigenen Heim die gleiche Wirkung verströmen, weil diese auch von Lichteinfall und Größe der Wohnung abhängig sind. Weiß oder ein sanfter Sandton sind klassische Farben, die immer Saison haben. Wer doch lieber einen kräftigen Farbanstrich im Auge hat, findet in den Bauhäusern viel Inspiration für die nächste Farbe im ganzen Zimmer oder als farblichen Kontrastakzent auf nur einer Wandfläche. Bei der Auswahl der Farbprodukte lohnt es, auf die Qualität zu achten. Nicht immer ist es von Vorteil, schlicht das billigste Angebot auszuwählen. Die Deckkraft, die sich mit der Anzahl der Farbpigmente erhöht, und die Qualitätsstufen der Abriebbeständigkeit sollte man überprüfen, damit die mitunter aufwändigen Ausmalarbeiten auch von Erfolg gekrönt sind.

Richtige Ausstattung und Mal-Zubehör gibt es im Bauhaus

Ist das zukünftige Farbkonzept bestimmt, brauchen Heimwerker eine gute Ausstattung, um dem Eigenheim den erwünschten, neuen Anstrich zu verpassen. Um keine Farbklekse an Parketten oder Teppichen zu hinterlassen, empfiehlt es sich, die Böden mit Malerfolie oder -filz auszulegen und diese mit Krepp zu befestigen. Fest verankertes Interieur wie Kamine oder schweres Mobiliar sollte ebenfalls mit Folien vor einem Farb-Malheur geschützt sein. Im Fachhandel oder in den Baumärkten gibt es die notwendige Ausstattung zum Bemalen: Malerrollen mit Lammfell, Pinsel, einen Flächenpinsel oder Quast für die Grundierung, eine Leiter, einen Eimer, Abdeckpapier, Malerkrepp und -vlies, verschiedene Pinsel für exakte Linien, Farbschalen, einen Rührstab zum Umrühren der Farbe und natürlich die Farbe selbst.

Bröckelnder Putz muss abgemacht werden

Ist die Farbe bestimmt, und liegen die Mal-Utensilien bereit, dann lässt es sich zur Tat schreiten. Unerlässlich für ein strahlendes Resultat ist, die Wände auf Sauberkeit und Trockenheit zu prüfen, damit Farbe nach dem Auftragen nicht abspringt. Vormalige Anstriche und Nägel sollten entfernt, Löcher gespachtelt, bröckelnder Putz mittels Bürste abgemacht und auch Staub und Spinnweben mit dem Besen gereinigt werden. Stark saugende Wände wie Gipsputz- oder Weichfaserplatten benötigen eine Tiefengrundierung, für leicht saugende Untergründe reicht eine Haftgrundierung.

Wenn alle Vorrichtungen zuhause getroffen sind, können die Malarbeiten beginnen

Schwierige Stellen wie Kanten oder Ecken, die man nicht so gut mit der Malerrolle erreicht und für die man am besten einen Pinsel verwendet, sollte man zuerst bestreichen, damit die Übergänge fließend werden. Nicht erst im Nachgang, wenn die Wände bereits frisch getüncht sind. Die ersten Pinselstriche erfolgen allerdings an der Decke. Ist diese nach mindestens einem Tag getrocknet, kann es die Malaktion an den Wänden fortgesetzt werden, deren kritische Stellen wie auch die abgedeckten Steckdosen eben zuerst bemalt und umrandet werden. Kreuz und quer, von oben nach unten und umgekehrt, streichen, rollen, malen! Manchmal ist ein zweiter Mal-Durchgang für das beste Resultat der Wandgestaltung erforderlich. Für die Wandgestaltung gibt es verschiedene Techniken. Je nach gewünschtem Struktureffekt, streicht oder rollt man die Farbe, damit die Farbe tief in alle Wandporen eindringen kann. 

Was jetzt noch fehlt?

Sind die Decke und Wände ausreichend getrocknet, dann fehlt natürlich das Saubermachen! Plastikfolien und Abdeckmaterialien müssen sorgsam entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Dann muss man nur noch die Böden fegen, abstauben, vielleicht die Möbel neu gruppieren oder neu gekaufte Einrichtungsgegenstände platzieren und das frische Farbkonzept in der Wohnung genießen. Viel Freude damit.