Das neue „Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“, kurz Gebäudeenergiegesetz (GEG), ist am 13. August dieses Jahres im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Damit kann es zum 1. November in Kraft treten. Ziel der neuen Gesetzgebung ist es, die bisherigen Vorgaben zu vereinheitlichen und zu entbürokratisieren. Energieeinsparverordnung (EnEV), Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) werden darin zusammengeführt und durch das GEG ersetzt.

Die energetischen Anforderungen an Bestandsgebäude verändert das neue Gesetz zunächst nicht. Es gibt dennoch einige wichtige Neuerungen für Eigentümer, die am 1. November in Kraft treten.

Neue Regelungen zu Öl- und Kohleheizungen

Ab 1. Januar 2026 dürfen Öl- und Kohleheizungen, die mit festen, fossilen Brennstoffen betrieben werden, nur noch dann eingesetzt werden, wenn sie als Hybridheizung betrieben werden. Ein Teil des Wärmebedarfs muss demnach aus erneuerbaren Energien stammen, beispielsweise aus Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen oder einer Wärmepumpe. Es gibt aber auch Ausnahmen: Der alleinige Einbau einer Ölheizung ist dann erlaubt, wenn ein Anschluss an ein Gas- oder Fernwärmenetz nicht realisierbar ist und eine Hybridlösung technisch nicht möglich ist. Wenn man seine Ölheizung jedoch durch eine klimafreundlichere Heizungsvariante ersetzt, fördert der Staat dies mit einem Zuschuss von bis zu 45 Prozent.

Obligatorische Beratungsgespräche

Laut GEG müssen Eigentümer künftig vor dem Sanieren eines Gebäudes ein unentgeltliches Beratungsgespräch durch qualifizierte Energieberater wahrnehmen. Dieses Gespräch ist verpflichtend. Der Berater kann dabei frei gewählt werden, er muss jedoch zur Ausstellung von Energieausweisen berechtigt sein. Ein solchen Gespräch muss ab 1. November vor jeglicher Renovierungsmaßnahme an den Außenbauteilen eines Gebäudes durchgeführt werden, sei es der Einbau neuer Fenster oder einer neuen Tür oder eine Dämmung der Fassade, des Dachs oder des Kellers.

Erweiterung des Energieausweises

Zusätzlich kommt den Energieausweisen künftig mehr Bedeutung zu: Hier werden ab 1. November auch der Primärenergiebedarf oder die sich aus dem Primärenergieverbrauch ergebenden CO2-Emissionen eines Gebäudes vermerkt. Gleichzeitig ist die Ausstellung der Ausweise mit erhöhten Sorgfalts- und Prüfpflichten verbunden. So erhalten Eigentümer, potenzielle Käufer und Mieter neben den weiter bestehen Informationen über die energetische Qualität einer Immobilie auch Informationen zu deren Klimawirkung.

Erleichterung bei Sanierung von Quartieren

Neu eingeführt wird mit dem GEG auch die sogenannte Innovationsklausel. Diese besagt, dass bei der Sanierung eines Quartiers nicht jedes einzelne Gebäude renoviert werden muss, solange das Quartier als Ganzes den Anforderungen gerecht wird. Gebäude mit hohem Energieverbrauch können somit durch besonders effiziente Häuser im Quartier ausgeglichen werden.