Minus 20, minus 50 und noch viel mehr Preisnachlass gibt es zum Winterschlussverkauf zu Beginn eines jeden Jahres. In Europa sind die Schlussverkaufszeiten für die teilweise Rabattschlachten von Land zu Land unterschiedlich. Auch Deutschland unterliegt keinen geregelten Sale-Zeiten, doch der Januar hat sich als Saisonschlussverkauf im Einzel- und Großhandel eingebürgert. Nicht nur in der Modebranche, auch im Möbelhandel werden Kunden einzelne Teile mit einer mancherorts – meist online – gesehenen preislichen Stückreduktion von bis zu 90 Prozent sowie 50 Prozent Versandrabatt buchstäblich nachgeschleudert. Eine lukrative Gelegenheit, nach Schnäppchen, ausgedienten Vorjahresmodellen oder Ausstellungsstücken Ausschau zu halten, bevor der noch anhaltende Sale dem Sommergeschäft weichen wird.

Der Januar gilt als der klassische Schlussverkaufsmonat 

Auch wenn es innerhalb des Möbelhandels individuelle, spezielle und zeitlich voneinander unabhängige Aktionszeiträume gibt, ist im rechnungsstarken Januar generell die Zeit geeignet, Ladenhüter durch Angebote loszuwerden, um die Geschäftsräume mit neuen, auf Leitmessen wie der imm cologne präsentierten Saison-Möbeln zu füllen. Oder von Herstellern eingestellte Möbel zu verkaufen, weil diese beispielsweise technisch oder optisch verbessert worden sind.

Online-Handel in der Möbelbranche nimmt zu

Während des Jahres lassen sich online Sale-Aktionen von großen Möbelhäusern, Einrichtungsketten und kleinen Einzelhandelsgeschäften leicht verfolgen. Ein Klick in den Warenkorb und schon könnte ein erspähtes Möbelstück umgehend bis zu einer wochenlangen Lieferzeit versendet werden. Die Umsätze im Möbelhandel nehmen auch online zu. „Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmen ecommerceDB hat allein Amazon im Jahr 2018 in Deutschland rund 1,3 Milliarden Euro mit Möbeln umgesetzt, doch gefolgt von Otto mit rund 1,1 Milliarden Euro“, schreibt forschung-und-wissen.de.

Kaufpräferenz liegt aber immer noch im stationären Handel

Aus der PwC-Deutschland-Studie über die Struktur, Trends und Herausforderungen der deutschen Möbelbranche von September 2019 geht hervor, dass Kunden zu 66 Prozent Möbel lieber vor Ort kaufen und nur 34 Prozent das Sofa per Mausklick präferieren. Als Gründe für die Vorliebe zum Offline-Einkauf nennt die Studie neben der aufwendigen Distribution, dem schwierigeren Retourversand, das fehlende haptische Moment des Probeliegens, Fühlens oder Betrachtens und vor allem die fehlende Vorstellungskraft von einem Möbelstück im eigenen Interieur. Gemäß der Studie soll der Online-Umsatz im Möbelhandel bis 2023 um 8,4 Prozent pro Jahr ansteigen.

Mit Augmented Reality will der Handel Online-Einkäufe erleichtern 

Um den Kunden und Interessenten eine Visualisierung und Eindruck zu ermöglichen, wie ein angedachtes Teil in den eigenen vier Wänden aussehen kann, bauen viele Möbelunternehmen auf Apps mit Augmented Reality. Bei der erweiterten Realität handelt es sich um eine computerunterstützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung.

Mit Augmented-Reality-Apps kann man Städte in ihrer Vergangenheit erleben, wie zum Beispiel das Leben im geteilten Berlin. Mit der interaktiven AR-App „Konzerthaus Plus“ können Musikliebhaber plötzlich selbst ein Orchester dirigieren. Und sie lässt potentielle Käufer ein Möbelteil virtuell im eigenen Wohnraum ansehen. Zahlreiche AR-Apps gibt es bereits zu kaufen, zur virtuellen Raumplanung oder Zimmergestaltung. Man braucht lediglich ein Smartphone oder Tablet zum Filmen der Wohnung, und die App erweitert das Filmmaterial mit dem online entdeckten Möbelstück. Durch die Verbindung der App mit dem Möbelhändler kann die Ware dann auch gekauft werden.

AR-Apps – ein neues Einkaufserlebnis für Möbelsuchende?

Kunden können per AR-Apps, die laufend weiterentwickelt werden, ihre Wohnung mit neuen Elementen gestalten, sich inspirieren lassen, gewinnen eine Vorstellung vom neuen Inhouse-Design und wollen vielleicht per Klick das eine oder andere Stück bestellen. App-Anbieter und Händler binden Kunden leichter an ihre Schauräume, an ihr Angebot, versorgen sie mit Angeboten und Push-Nachrichten und ermöglichen Zeitersparnis – ein Einkaufserlebnis vom Sofa aus.