Der gute, alte Butler James hat ausgedient. Im Zeitalter der Digitalisierung haben die über eine Steuereinheit mit diversen Haushaltsgeräten vernetzten Sprachassistenten Alexa, Cortana und Co. sprichwörtlich das Sagen und erleichtern uns den Alltag. Die Digitalisierung schreitet voran, bis tief in unsere eigenen vier Wände, die sich mehr und mehr in Richtung „Smart Home“ entwickeln.

„Unter Smart Home versteht man üblicherweise ein informations- und sensortechnisch ausgerüstetes, in sich selbst und nach Außen vernetztes Zuhause. In der Regel gehören automatisch gesteuerte Heizungen, Lüftungen, Türen, Fenster, Markisen, Jalousien und Lampen dazu, die manuell über mobile Geräte oder per Sprachassistenten gesteuert werden können“, erklärt Mijo Maric, Leiter der Geschäftsstelle Smart Living, einer bundesweiten Wirtschaftsinitiative mit dem Ziel, zukunftsweisende Strategien für einen deutschen Smart-Living-Leitmarkt zu entwickeln. Als Anlaufstelle für alle Fragen rund um Smart-Home- sowie Smart-Living-Technologien in Deutschland wird diese Initiative von der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) beauftragten Geschäftsstelle Smart Living betreut.

Der mittlerweile gebräuchlichere Ausdruck „Smart Living“ geht über den Begriff Smart Home hinaus und bedeutet mehr als ein intelligent vernetztes Eigenheim. Er bezieht sich auf das gesamte Lebensumfeld eines Menschen. „Smart Living steht für den Umgang mit digitaler Technik, die die Vernetzung intelligenter Komponenten, Geräte und Funktionen in der weiteren beziehungsweise gesamten Lebensumgebung des Konsumenten nutzt, um vielfältige Anwendungen und Dienste bereitzustellen, die sein Leben reicher, sicherer, ressourcenschonender, komfortabler und unterhaltsamer machen“, erläutert Mijo Maric.

Seit geraumer Zeit bieten unterschiedliche Hersteller Smart Home-Modelle und Geräte für die Umrüstung eines „analogen“ Haushaltes in einen digitalisierten. Mit kompatiblem Zubehör wie Sensoren für das Erfassen von Licht- und Raumtemperaturverhältnissen, Sprachassistenten, Smartphones oder Tablets sowie einer zentralen Steuereinheit, die Sprach- oder manuell eingegebene Daten aufnimmt und an die betreffenden Apparaturen weiterleitet.

Es sind überwiegend die Sprachassistenten der internationalen Konzerne wie Alexa von Amazon, Cortana von Microsoft oder Google Home, die derzeit die Aufmerksamkeit von Konsumenten erregen und das Interesse für digitalisierte Wohnräume wecken, die sich durch Sprache, aber auch per App aus der Ferne steuern lassen.

Zu den Smart Home-Lösungsanbietern gehört beispielsweise auch das Magenta Smart Home der Deutschen Telekom, das einzelne smarte Geräte miteinander verbindet und über eine App im Smartphone steuert. Gira, Jung, Hager, Fibaro Home Center, AVM Fritz!Box oder Samsung, um nur einige zu nennen, zählen ebenso zu dem Gros an Produzenten von Smart Home-Lösungen, dessen Komponenten durch die Steuereinheit interagieren.

Durch die Sprachinteraktion mit einer digitalen Assistenz wie beispielsweise Alexa können Bewohner diese vor Ort oder auch aus der Ferne per App auffordern, die Raumtemperatur zu regeln, Jalousien zu öffnen, den Staubsaug-Roboter in Gang setzen oder das Bügeleisen abzuschalten. Mit vernetzten Heizkörperthermostaten können für einzelne Räume unterschiedliche Temperaturen eingestellt werden, Rauchmelder alarmieren im Notfall die Feuerwehr, Assistenten erinnern Patienten an die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, und Schließsensoren lassen sich an allen Fenstern anbringen, egal ob Holzkasten- oder moderne Fenster. „Smart Living lässt Menschen länger selbstbestimmt im eigenen Zuhause leben, schützt vor Einbruch und Schäden durch Feuer, Wasser oder Unwetter und spart Energie“, nennt Maric einige Vorteile für Verbraucher.

Die unterschiedlichen Varianten der Smart Home-Anbieter sind online zu finden und bieten ausreichend Information, Beratung, Installation und Serviceleistungen an. Auch Elektrofachmärkte haben zumeist ein Portfolio an Modellösungen mit Starter Kits, geeigneten Thermostaten, Schließsensoren und Sicherheitstechniken zur Verfügung. Wenn für die Umrüstung in ein komplexeres System in das bestehende Stromnetz eingegriffen werden muss, sollte man einen qualifizierten Elektro-Installateur zu Hilfe ziehen.

Laut Wirtschaftsinitiative Smart Living besitzt etwa ein Viertel bis ein Drittel der Deutschen bereits ein Haushaltsgerät, das sich über ein Netzwerk ansteuern lässt. Etwas weniger als die Hälfte plane die Integration von intelligenter Haushaltstechnik innerhalb der nächsten Jahre. Smart Home nimmt in der heutigen Wohn- und Lebenswelt eine bedeutsame Rolle ein und befindet sich sicher nicht zuletzt wegen Alexas Popularität auf dem Vormarsch. Bis Alexa und Co. allerdings aufgrund umfassender Vernetzung zu den „Mädchen für alles“ des dritten Jahrtausends avancieren, wird es noch eine Weile dauern.