Wer mit dem Gedanken spielt, eine Immobilie zukünftig als sein Eigen nennen zu wollen oder bereits gar den Fokus auf ein bestimmtes Objekt gerichtet hat, sollte wissen, dass es nicht dabei bleibt, lediglich den Kaufpreis zu bezahlen.

Zukünftige Eigentümer dürfen als Erwerber einer Immobilie nicht vergessen, fest anfallende Nebenerwerbs- oder Kaufnebenkosten zu berücksichtigen und in ihren Finanzplan einzukalkulieren. Zu diesen fixen Nebenerwerbskosten eines Immobilienkaufen zählen zu allererst jene für den Notar und das zuständige Grundbuchsamt. Will man nämlich grundbuchrechtlich als Eigentümer seiner Immobilie erscheinen, ist man auf die Zuständigkeit eines Notars angewiesen. Es ist gesetzlich vorgeschrieben und im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert, den Kauf einer Immobilie notariell beglaubigen und beurkunden zu lassen. Auch zum Schutze des Käufers, denn nur der Eintrag ins Grundbuch dokumentiert die Rechts- und Besitzverhältnisse am Grundstück „Schwarz auf Weiß“. Der Eintrag ins Grundbuch erfolgt beim zuständigen Amtsgericht.

Die Kosten für die Inanspruchnahme eines Notars richten sich nach dem Kaufpreis der Immobilie, betragen im Durchschnitt zirka eineinhalb Prozent dessen und sind in der Regel vom Käufer zu begleichen. Der Notar zeichnet hierbei für das Erstellen und die Erklärung des Kaufvertrages verantwortlich, wirkt nach dem Vorlesen des Vertrages beglaubigend bei der gemeinsamen Vertragsunterzeichnung, beantragt die Umschreibung im Grundbuch und prüft folglich die Eintragung im Grundbuch.

Ein Teil der Kaufnebenkosten: Die Grunderwerbsteuer

Bald darauf flattert schon der nächste Brief ins neue Eigenheim. Es meldet sich das zuständige Finanzamt bei den Eigentümern in Form eines zu begleichenden Steuerbescheides. Denn eine am Gesamtkaufpreis orientierte Grunderwerbssteuer, die an das jeweilige Bundesland zu entrichten ist, wird fällig. Der Gesamtkaufpreis allerdings bezieht sich auf Haus und Boden einer Immobilie, nicht jedoch auf die beweglichen Güter wie eine Einbauküche, Gartengarnitur oder weiteres Inventar. Existieren für jene beweglichen Güter noch Zahlungsbelege, sind jene eine sichere Handhabe, um die vom Voreigentümer getätigten Inventarkosten aus dem Gesamtkaufpreis herausrechnen. Bewegliche Sachen unterliegen nicht der sogenannten Grunderwerbsteuer, die sich eben, wie der Name erklärt, auf Haus und Boden bezieht.

Wie hoch der Satz der Grunderwerbsteuer ist, hängt davon ab, in welchem Bundesland sich die Immobilie befindet. Die Bundesländer sind berechtigt, diesen Steuersatz selbst festzusetzen. Er liegt in Bayern und Sachsen bei 3,5, in Hamburg bei 4,5 und in Berlin bei sechs Prozent. Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland oder Thüringen weisen eine  Grunderwerbssteuer in der Höhe von 6,5 Prozent auf. Bei einem Kaufpreis für eine Immobilie von 250.000.- Euro wäre zum Beispiel in Berlin eine Grunderwerbsteuer in der Höhe von 15.000 Euro fällig. Wird eine Immobilie jedoch vererbt oder verschenkt, ist der Erbe oder die Erbin, der oder die Beschenkte nicht verpflichtet, Grunderwerbsteuer an das Land zu leisten. Sie fällt bei Erbe oder Schenkung einer Immobilie nicht an.

Weitere Kaufnebenkosten: Die Notar- und Grundbuchkosten

Zu den Kaufnebenkosten zählen neben den fixen Notar- und Grundbuchskosten auch die Maklergebühren. Sofern der Käufer durch einen Makler auf die Immobilie aufmerksam geworden und sie über ihn erworben hat. Die Provision oder Courtage – ein Lehnwort aus dem Französischen – für den Wohnungsvermittler wird nach dem Unterzeichnen des Kaufvertrages fällig. Die Höhe der Maklercourtage ist gesetzlich nicht festgeschrieben. Sie  orientiert und richtet sich nach den ortsüblichen Gepflogenheiten, ist ungefähr in der Höhe von drei bis sieben Prozent der Kaufpreissumme angesiedelt und zumeist vom Käufer zu bezahlen. Bundesjustizministerien Katarina Barley (SPD) hat jüngst die Überlegung angekündigt, das Bestellerprinzip, wonach der Vermieter grundsätzlich die Maklergebühr entrichtet, auch für den Immobilienkauf geltend zu machen. Die diesbezüglichen Nebenerwerbskosten für den Käufer würden dadurch sinken. Doch die Überlegung bleibt umstritten. Denn ein Einpflegen der dem Verkäufer anwachsenden Maklergebühren in den Verkaufspreis ist durchaus vorstellbar. Und im Falle dessen auch, dass die den Käufer fest betreffenden Nebenerwerbskosten für Notar und Grunderwerbssteuer, die sich wie bereits erwähnt nach dem Gesamtkaufpreis bemessen, sodann steigen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Immobilienkäufer gut beraten sind, zusätzlich zu dem Kaufpreis mit mindestens zehn Prozent an Nebenerwerbskosten zu rechnen. Kosten für einen Gebäudegutachter, dessen Urteil vielleicht für weitere monetäre Aufwendungen wie Renovierung oder Modernisierung maßgeblich ist, stellen natürlich keine zwingenden Nebenerwerbskosten dar. Ebenso wenig die Umzugskosten.