Mikroapartments gelten als großer Trend im Bereich des städtischen Wohnens. Damit gemeint sind Wohneinheiten, die maximal 35 Quadratmeter groß sind, inklusive Küchenzelle und Badezimmer. Entwickelt hat sich die Assetklasse aus den klassischen Studentenwohnheimen und dem eher traditionellen Wohnen auf Zeit, das vorwiegend in Groß- und Universitätsstädten stattfindet. Meistens werden die Apartments als Rundum-Sorglos-Paket angeboten, das Betriebskosten, Strom, Möblierung, WLAN und teilweise auch Bettwäsche sowie Handtücher enthält. Den Bewohnern soll der Einzug damit so einfach wie möglich gemacht werden.

Für private Kapitalanleger wirken Mikroapartments vor allem zum Einstieg attraktiv, da sie aufgrund ihrer geringen Größe einen vergleichsweise kleinen Gesamtkaufpreis haben. In den Ballungszentren gibt es außerdem seit einigen Jahren eine hohe Nachfrage nach Mikroapartments. Ein zentraler Grund dafür ist, dass immer mehr Einpersonenhaushalte entstehen – mittlerweile machen sie rund 40 Prozent aller Haushalte in Deutschland aus. Zu ihnen gehören beispielsweise junge Berufstätige, die oftmals aus dem Ausland stammen und nur für begrenzte Zeit an einem Ort leben.

Das Risiko ist teilweise höher

Aber auch viele Studierende nutzen Mikroapartments, da sie sich größere Mietwohnungen noch nicht leisten können. Und Studierende gibt es immer mehr in Deutschland: Im Wintersemester 2018/2019 waren es 2,87 Millionen, rund 50 Prozent mehr als noch 1999. Zudem sind es nicht nur deutsche Studierende, die nach einer kleinen Wohnung suchen, sondern auch ausländische Gaststudenten, die ein Auslandssemester oder sogar das komplette Studium hierzulande absolvieren. Hinzu kommen teilweise Senioren, die nach kleinen Wohnungen Ausschau halten.

Zu beachten ist jedoch, dass die Investition in Mikroapartments in der Regel mit höheren Risiken einhergeht als der Kauf von Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen zur Kapitalanlage. Das Angebot an Mikroapartments steigt gerade kräftig, weil sich viele Projektentwickler auf diese Wohnform fokussieren. Ob hingegen die Zahl der Einpersonenhaushalte in dieser Dynamik weiter steigen wird, ist strittig – so könnte es passieren, dass sich der aktuelle Nachfrageüberhang in diesem Segment schnell auflösen wird.

Die Coronakrise bedeutet eine zusätzliche Gefahr

Weil Mikroapartments in der Regel von jungen Berufstätigen und Studierenden bewohnt werden, ist die Mieterfluktuation außerdem sehr hoch. Die vielen Mieterwechsel bedeuten einerseits einen größeren Aufwand für den Eigentümer und erhöhen andererseits die Gefahr, dass die Mietwohnungen zwischenzeitlich leer stehen. Und wie steht es um die Mikroapartments, wenn in Zeiten von Corona die ausländischen jungen Berufstätigen ausbleiben? Welchen Einfluss wird die Pandemie auf die Zahl der Studierenden vor Ort haben? In den vergangenen Jahren schien die Nachfrage nach den kleinen Wohneinheiten zu steigen, wegen der Pandemie erhöhen sich jedoch die Unsicherheiten.