Ende Mai dieses Jahres ist der Wohnkostenreport 2020 zum insgesamt fünften Mal veröffentlicht und präsentiert worden. Wie in jedem Jahr zeichnet die ACCENTRO Real Estate AG als Auftraggeber des etablierten Gutachtens verantwortlich. Durchgeführt wird diese Studie von dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Für diese Untersuchung hat das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft erneut die Mieten und Wohnnutzerkosten von insgesamt 401 Landkreisen und kreisfreien Städte in ganz Deutschland unter bestimmten Gesichtspunkten betrachtet und anhand dieser Daten ausgewertet.

Immobilieneigentum ist nahezu überall in Deutschland finanziell besser als zu mieten

Die Frage, ob der Kauf einer Wohnimmobilie in Deutschland weiterhin günstiger ist als eine solche zu mieten, ist eine zentrale. Im jährlichen ACCENTRO Wohnkostenreport werden die Wohnkosten zwischen den Immobilieneigentümern und Mietern verglichen. Dem Report zufolge gilt auch für das Kalenderjahr 2020: Wohneigentum ist nach wie vor in fast ganz Deutschland günstiger als eine Wohnimmobilie zu mieten. In 393 von den 401 untersuchten deutschen Landkreise hat sich der Kauf einer Immobilie im Vergleich zur Miete als günstiger erwiesen. „Im bundesdeutschen Mittel liegt die Vorteilhaftigkeit von Wohneigentum bei 48,5 Prozent“, heißt es.

Auch in den deutschen Metropolen mit knappem Wohnraum ist Kaufen besser

Die Erkenntnis bezieht sich auch auf deutsche Großstädte, in denen die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind. So sei in Berlin Wohnen im Eigentum aktuell rund 35 Prozent günstiger als Mieten, in Köln sei dies laut Studie sogar zu 58 Prozent vorteilhafter. Gründe hierfür sind zum Beispiel die steigenden Mietpreise aufgrund knappen Wohnraums und die derzeit durch Zinssenkungen noch attraktiveren Finanzierungsbedingungen und Hypothekendarlehen. Wohneigentum bleibt somit auch ein besonders zur Altersvorsorge sowie als Geldanlage geeignetes Mittel.

Mieten oder kaufen? Auch in Corona-Zeiten und Wirtschaftskrisen ist Wohnen relevant

In diesem durch die Corona-Pandemie extremen Jahr widmet sich der ACCENTRO Wohnkostenreport auch der Frage, inwiefern sich die Corona-Krise auf die Entwicklung des Wohnmarktes auswirken wird. Sicher ist, dass man auch in Pandemie-Zeiten nicht auf Wohnen verzichten kann, Wohnraum zu jeder Zeit benötigt wird. Möglicherweise wird der Wohnungsmarkt nicht so heftig von einem Wirtschaftseinbruch betroffen sein. Gerade in Krisenzeiten aber garantiert Wohneigentum einen nachhaltigen Vermögenswert, Wohnkosten können minimiert werden, und Selbstnutzer haben keine Mietkosten. Umso wichtiger ist es daher, dass die Politik weitere Maßnahmen zur leichteren Anschaffung von Immobilieneigentum einleitet.

Politik kann dazu beitragen, den Zugang zu Wohneigentum erleichtern

Oft scheitern Wohnungskäufer daran, das notwendige Eigenkapital aufzubringen. Politische Maßnahmen wie staatlich garantierte Nachrangdarlehen oder eine Reform der Grunderwerbssteuer sowie der hohen Nebenkosten könnten interessierten Käufern mit geringem oder mittlerem Einkommen den Erwerb erleichtern. Positiv zu bewerten ist beispielsweise die Maßnahme, dass sich zukünftig Käufer und Verkäufer die Maklergebühren teilen und nicht wie bisher vom Käufer alleine getragen werden.

Wohnkostenreport als Entscheidungshilfe für private Anleger

Entgegen der Annahme, dass vorwiegend wohlhabende Menschen Wohneigentum erwerben können, hat sich im Gutachten herausgestellt, dass es die privaten Kleinvermieter sind, die rund zwei Drittel aller Mietwohnungen vermieten. Damit ist die Gruppe der Anleger durchaus vielschichtig und setzt sich aus allen Bevölkerungsschichten in Deutschland zusammen.

Corona-Krise wirkt sich regional unterschiedlich aus

Weitere, im Wohnkostenreport behandelte Aspekte sind zudem die unterschiedlichen Auswirkungen oder Risiken in den einzelnen Regionen Deutschlands. Noch sei es zu früh, konkrete regionale Konsequenzen festzumachen. Ansatzpunkte aber für die Weiterentwicklung – wie zum Beispiel der Zusammenhang zwischen der Lohn- und Mietentwicklung – werden ausführlich erläutert. Auch der Frage, ob sich der Kostenvorteil der Nutzung einer Eigentumswohnung gegenüber einer vergleichbaren Mietwohnung im Vergleich zu den Vorjahren verändert hat, wird nachgegangen. Zur Ansicht und zum Download des vollständigen ACCENTRO Wohnkostenreports 2020 gelangt man hier: https://www.accentro.ag/publikationen/wohnkostenreport/

https://www.iwkoeln.de/studien/gutachten/beitrag/pekka-sagner-michael-voigtlaender-accentro-wohnkostenreport-2020-eine-analyse-von-mieten-und-wohnnutzerkosten-fuer-401-kreise.html