Eine beim Kauf bereits vermietete Eigentumswohnung ist für beide Seiten von Vorteil: Der Mieter kann in seiner angestammten Wohnung bleiben und der Kapitalanleger erhält als Vermieter konstante Einnahmen. Doch viele Kaufinteressenten fürchten sich vor Streit und Problemen mit den Mietern. In so einem Fall hat der Vermieter das Recht, den Mietvertrag zu kündigen. Dabei müssen allerdings einige rechtliche Vorgaben beachtet werden.

Grund benennen und Fristen einhalten

Möchte ein Vermieter das Mietverhältnis kündigen, ist er gesetzlich dazu verpflichtet, einen Grund anzugeben. So macht er sein berechtigtes Interesse deutlich. Es gibt mehrere legitime Begründungen, die zwei wichtigsten für private Vermieter sind Vertragspflichtverletzung und Eigenbedarf.

Bei einer ordentlichen Kündigung muss der Vermieter die gesetzlich festgelegten Kündigungsfristen beachten. Diese hängen von der bisherigen Dauer des Mietvertrages ab. Die bekannte Drei-Monatsfrist besteht bei einem Mietverhältnis bis zu fünf Jahren. Ab dem fünften Jahr sowie nach acht Jahren verlängert sich diese Frist um je drei Monate, also auf sechs beziehungsweise neun Monate. Eine Kündigung muss stets schriftlich erfolgen und ist von allen Vermietern zu unterschreiben. Die Frist beginnt, sobald der Mieter die Kündigung erhält. Allerdings muss dem Mieter die Kündigung  spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf des übernächsten Monats zugehen, andernfalls wirkt sie erst zum nächstzulässigen Termin.

Für wen gilt der Eigenbedarf?

Ein gängiger Fall ist, dass das Kind der Eigentümer in eine eigene Wohnung ziehen möchte. Dafür kann der Vermieter eine Kündigung aufgrund von Eigenbedarf aussprechen. Dies ist auch für andere Verwandte möglich, beispielsweise für Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten und Enkel. Bei weiter entfernten Familienmitgliedern entscheidet die persönliche Bindung. So kann eine spezielle Fürsorgepflicht in rechtlicher oder moralischer Sicht bestehen, welche dann entsprechend zu erläutern ist.

Ausnahmen wie Einliegerwohnungen und Nebenräumen

Bei sogenannten Einliegerwohnungen und vermieteten möblierten Zimmern ist eine Kündigung durch den Vermieter ohne die oben erwähnten berechtigten Interessen möglich. Dabei muss auf die entsprechende Sonderregelung verwiesen und selbstverständlich auch die Kündigungsfrist eingehalten werden. Wenn bisher nicht bewohnte Nebenräume ausgebaut werden sollen, wie beispielsweise der Keller, kann eine ordentliche Teilkündigung erfolgen.

Wie so oft sollten sich interessierte Käufer auch beim Thema Kündigung gut über alle Möglichkeiten und Eventualitäten informieren, denn es gibt noch weitere Ausnahmen und Sonderregelungen. Spezielle Beratungen werden dazu von verschiedenen Unternehmen angeboten. Dann muss die unbestimmte Furcht vor etwaigen Problemen mit zukünftigen Mietern kein Hinderungsgrund für eine Kapitalanlage sein.