Alles ist voller Spinnweben, Kürbislaternen zieren die Straßen, Kinder zeigen ihre Vampirzähne und ziehen in Fledermauskostümen von Tür zu Tür. Heute ist Halloween, die Nacht vor Allerheiligen. Fledermausgewänder zählen dann zu den beliebtesten Verkleidungen. Schon der Comic-Held Bruce Wayne kennt die Wirkung der nachtaktiven Fledermäuse auf Menschen und sorgt als Batman im Fledermausgewand für Action in Gotham.

Während Fledermäuse in Europa mit Finsternis und der Verkörperung des Bösen assoziiert werden, gelten die einzigen flugfähigen Säugetiere in Fernost als Glücksbringer. Sie stehen für Wohlstand, Gesundheit und ein langes Leben.

Ende August oder Anfang September beziehen Fledermäuse ihre Winterquartiere, die viele Fledermausarten oft zu Tausenden besiedeln. Fledermäuse sind quartiertreue Tiere. Ihre angestammten Winterlager schlagen sie bevorzugt in unterirdischer Wohnlage in Gewölbekellern, Höhlen oder Schächten auf.

Gerade jetzt, da der Sommer endgültig vorüber ist, flattern nur noch einzelne ausgewachsene Fledermäuse oder Fledermaus-Männchen auf Balz durch die Nacht. Manchmal kundschaften sie auch neue Quartiere aus, wenn bestehende nicht mehr existieren.

Wohnungen sind kein Quartier für Fledermäuse

Wohnungen bieten Fledermäusen nicht, was sie suchen. Dennoch kann es vorkommen, dass die Glücksbringer sich auch mal in Wohnungen umsehen, sie sich durch ein offenes oder gekipptes Fenster Zugang zu unseren Schlafräumen verschaffen, aber den Ausgang nicht mehr finden. Grundsätzlich nehmen Fledermäuse mit ihrem Echo-Ortungssystem Wände und Fenster als Hindernisse wahr. Wenn sie durch ein gekipptes Fenster hindurch gekommen sind, fällt ihnen wegen der vielen zu verarbeitenden Echos, die die Innenräume an sie zurückspielen, der Abflug schwer. Sie verlieren die Orientierung und suchen verzweifelt den Weg ins Freie.

Fliegengitter schützt vor unerwartetem Besuch

Wer gerne bei offenem Fenster schläft, sich aber angesichts animalischer Überraschungsbesuche unwohl fühlt, könnte sich mit einem Fliegergitter davor schützen. Fliegengitter halten nicht nur Fledermäuse, sei es auch nur eine Zwergfledermaus, sondern auch andere quartiersuchende und umtriebige Insekten von nächtlichen Auftritten in unseren Schlafzimmern ab.

Was kann und soll man aber tun, wenn der nachtaktive Batman nun doch plötzlich im Schlafzimmer auftaucht? In jedem Fall besteht kein Grund zur Panik. Anders als Vampire, „haben die Tiere keine blutrünstigen Absichten, sondern verirren sich lediglich auf der Suche nach neuen Quartieren“, versichert der Naturschutzbund Deutschland (NABU) auf seiner Homepage.

Fledermaus-Einflug: Keine Panik

Grundsätzlich verlassen Fledermäuse das vermeintliche Quartier wieder, wenn sie den Ausgang durch ein geöffnetes Fenster orten können. Das sollte man unbedingt beobachten. Es kann sein, dass sie es nicht allein schaffen, weil sie – vor allem Männchen auf der Balz – erschöpft sind und sich in den Räumen vor lauter Orientierungslosigkeit vorübergehend verstecken. Schaffen es die Nachtschwärmer dann nicht mehr hinauszufliegen, muss man ein wenig nachhelfen und sie nach draußen leiten, damit sie nicht verhungern. Findet man ein Tier erst am nächsten Morgen, beispielsweise hinter Vorhängen oder Schränken versteckt, sollte man mit der Rettungsaktion bis zur Abenddämmerung warten. Tagsüber nämlich sind Fledermäuse orientierungs- und hilflos.

Nur wenn das Flugtier nicht allein hinausfindet, sollte man zupacken: Mit Handschuhen, um sich vor einem möglichen Biss, Infektion oder Krankheit zu schützen. Fledermäuse können, wenn es auch selten ist, mit Tollwut infiziert sein. Daher ist Vorsicht geboten.

Wohnungen sind kein auserkorener Unterschlupf für die Flattermänner, ihr Besuch ein lösbares Missverständnis. 

Fledermaus-Hotline des Nabu Tipps über den Umgang mit verirrten Batmännern findet man unter anderem auf der Homepage des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), nabu.de. Unter der Fledermaus-Hotline 030/2849845000 stehen Nabu-Mitarbeiter im Falle eines flatternden Überraschungsbesuchs mit Rat und Tat zur Seite.