Weihnachten steht vor der Tür und viele Menschen zieht es in den Skiurlaub, in die alte Heimat oder in wärmere Urlaubsregionen, um den europäischen, teilweise frostigen Wintertemperaturen zu entfliehen. Die Temperaturen in den eigenen vier Wänden werden währenddessen gern gedrosselt, um einerseits Energie, andererseits Heizkosten zu sparen.

Während des Sommerhalbjahres kann es in Urlaubszeiten sinnvoll und energiesparend sein, die Warmwasseraufbereitung abzuschalten. Im Winterhalbjahr sollte man jedoch tunlichst vermeiden, den Heizbetrieb während einer längeren Abwesenheit auszuschalten. Frostschäden mit verheerendem Ausmaß, Feuchtigkeits- und ungesunde Schimmelbildung sowie lange Aufheizzeiten sind die Folgen. Experten wie der Verband privater Bauherren raten daher davon ab. Trotz einer längeren Abwesenheit empfehlen sie „wärmstens“, eine konstante Grundtemperatur in allen Wohnräumen von rund 15 bis 17 Grad Celsius zu halten.

Um Schäden zu vermeiden, reicht es zumeist nicht aus, den Thermostatkopf an der Heizung auf die mittels Stern- oder Schneeflockensymbol gekennzeichnete Frostschutzstellung zu drehen, die bei sechs Grad Celsius zu reagieren beginnt. Kühlt die Wohnung nämlich aufgrund dauerhafter und extrem kalter Außentemperaturen bis in den Minusbereich ab, werden zwar die Heizungsrohre bei Frostschutzeinstellung vielleicht nicht gefrieren. Aber das Wasser in den wasserführenden Leitungen wie beispielsweise in Küche oder Bad könnten bei solchen Temperaturlagen sehr wohl davon betroffen sein und zufrieren. In Folge dessen, können sie bei bei Tauwetter platzen und große Wasserschäden in Haus oder Wohnung anrichten.

Laut Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ist es daher ratsam, die Wohnräume auch im Winterurlaub bei längerer Abwesenheit ausreichend und angemessen zu beheizen. Um Frostschäden, die zu den häufigsten Schadensfällen an Häusern zählen, zu verhindern, sollte eine Heizungsanlage bei Kaltwetterlage wie Frost generell nie komplett ausgeschaltet werden. Der ZVSHK empfiehlt Hauseigentümern, Heizungs- und Wasserleitungen rechtzeitig frostsicher zu machen und Leitungen im Außenbereich bereits vor Kälteeinbruch von Wasser zu befreien.

Schaltet man den Heizbetrieb während des Urlaubs aus, so fern das bei modernen Geräten überhaupt noch möglich ist, wird sich zudem die Rückkehr gerade aus wärmeren Gefilden in eine ausgekühlte Wohnung ziemlich frostig anfühlen. Es kann gerade in Altbauten Tage dauern, die Wohnung erneut aufzuheizen und ein angenehmes Wohnklima zu erhalten. Außerdem benötigt es einen extrem hohen Energieaufwand, wenn die Heizung dann tagelang auf Hochtouren läuft. Aufgrund möglicher Frostschäden und langer Aufheizzeiten raten Experten daher von dieser trügerischen Sparsamkeit ab.

Zugleich verhindern eine konstante, angemessene Innentemperatur sowie das regelmäßige Lüften die Kondensation von Feuchtigkeit an den Wänden und folglich den gesundheitsgefährdenden Schimmelbefall in Wohnräumen. Viele Heizungsanlagen lassen sich über eine Steuerung bereits aus der Ferne via App im Smartphone entsprechend temperieren. Auch einige neue Fenstertechniken der Smart Home-Technologie ermöglichen eine automatische oder funkgesteuerte Öffnung oder Schließung der Fenster. Smart Home-Anwendungen für Heizungsthermostate, Beleuchtung oder Fenstertechnologien befinden sich zwar auf dem Vormarsch, zählen jedoch noch nicht zu den standardisierten Heimlösungen. Aber man könnte zum Beispiel die Nachbarn oder Freunde bitten, neben dem Blumengießen ab und an zu lüften, die Heizung zu kontrollieren oder diese gar wenige Tage vor dem Urlaubsende auf normale Zimmertemperatur einzustellen. Das Umweltbundesamt empfiehlt rund 20 bis maximal 22 Grad in den Wohn- und zirka 17 Grad in den Schlafräumen.

Wer die Heizung bei längerer Abwesenheit ganz abstellt, riskiert nicht nur mögliche Frostschäden, sondern bei eingetretenen Schäden für dieses auch schadenersatzpflichtig zu werden. Laut Deutschem Mieterbund gibt es kein Gesetz, das Mieter dazu verpflichtet, die Heizung bei Abwesenheit nicht abzustellen, oder den generellen Heizbetrieb zwingend regelt. Dieser ergibt sich aus der Allgemeinen Obhutspflicht im Mietrecht. Diese Pflicht besagt, dass der Mieter alle ihm zumutbaren Maßnahmen ergreifen muss, um Schäden an der Mietsache zu vermeiden oder zu verringern. Sie verpflichtet den Mieter auch dazu, Witterungs- und Feuchtigkeitsschäden durch regelmäßiges Heizen und Lüften zu vermeiden. Wird die Obhutspflicht missachtet, haftet der Mieter dem Vermieter gegenüber für eingetretene Schäden.

Versicherungstechnisch gesehen sollten Mieter wie auch Eigentümer darauf achten, ihre Sorgfalts- und Obliegenheitspflichten wahrzunehmen und im Falle einer längeren Abwesenheit angemessene Vorkehrungen für den Heizbetrieb vornehmen. Andernfalls kann es sein, dass die Versicherung nicht für eingetretene Schäden aufgrund missachteter Pflichten aufkommt.