Wohnungseigentümer zahlen zwar keine Miete, müssen aber dennoch monatliche Vorschüsse entrichten, die von ihren Kreditraten unabhängig sind. Diese Vorschüsse werden an die Eigentümergemeinschaft eines Mehrfamilienhauses gezahlt und dienen dazu, anfallende Kosten und Lasten, die zur Bewirtschaftung und Pflege des Gemeinschaftseigentums anfallen, zu begleichen. Diese Vorschüsse werden Hausgeld und manchmal auch Wohngeld genannt. Der Begriff Wohngeld ist in diesem Zusammenhang aber nicht richtig verwendet. Denn Wohngeld bezeichnet eigentlich eine staatliche Leistung beziehungsweise einen staatlichen Zuschuss zur Miete einkommensschwacher Mieter nach dem Wohngeldgesetz und hat mit dem Hausgeld nichts zu tun. Wohnungseigentümer sind durch das Wohneigentumsgesetz verpflichtet, einen gewissen Anteil Hausgeld zu bezahlen. Diese Umlage wird nach einem speziellen Verteilungsschlüssel berechnet.

Was sind die Bestandteile des Hausgeldes?

Üblicherweise sind im Hausgeld, das die Wohnungseigentümer an die Hausgemeinschaft zahlen, alle Betriebskosten enthalten, welche die Eigentümergemeinschaft betreffen. Das betrifft alle Kosten, die für das Haus als Ganzes anfallen. Auch Betriebskosten, die auf mögliche Mieter im Eigentum umgelegt werden können, gehören dazu. Dabei handelt es sich unter anderem um Kosten für die Müllentsorgung, Abwasserkosten, Hausstrom, Versicherungen, Treppenhaus- und, falls vorhanden, Gartenpflege. Wer seine Eigentumswohnung vermietet, muss im Vorfeld unbedingt im Mietvertrag klären, welche Nebenkosten der Mieter zu tragen hat. Das Hausgeld beinhaltet aber auch Kosten, die nicht auf Mieter umlegbar sind, wie zum Beispiel Kosten für die Hausverwaltung oder andere Verwaltungskosten.

Das Hausgeld muss monatlich gezahlt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wohnung genutzt wird oder unvermietet ist und leer steht. Sollte ein Eigentümer das ganze Jahr über zu wenige Vorauszahlungen geleistet haben, wird in der Hausgeldabrechnung eine Nachzahlung gefordert. Die umlegbaren Mehrkosten können aber mit der Betriebskostenabrechnung an mögliche Mieter weitergegeben werden.

Generell sollten sich Kaufinteressenten vor dem Kauf einer Wohnung immer auch über die Höhe des Hausgeldes informieren. Zu diesem Zweck sollten sie sich die Wirtschaftspläne der letzten Jahre zeigen lassen. Dort ist ersichtlich, ob und welche Instandsetzungsarbeiten in den letzten Jahren vorgenommen wurden. Auch die Beschlusssammlung und Beschlüsse der letzten Eigentümerversammlungen enthalten wichtige Informationen, die Aufschluss darüber geben, welche Neben- und Zusatzkosten auf neue Eigentümer zukommen. Grundsätzlich gilt, je neuer ein Haus ist, desto geringer ist das zu zahlende Hausgeld. Umso älter ein Gebäude ist, desto mehr Instandsetzungsarbeiten sind erforderlich und eine höhere Ansparung durch die Instandhaltungsrücklage notwendig.