Wer eine Immobilie kauft, muss Grunderwerbsteuer zahlen. Diese wird fällig, sobald der Kaufvertrag unterschrieben und vom Notar beglaubigt ist. Die Zahlungsaufforderung kommt wenige Woche nach Vertragsabschluss per Post. Das gilt für Grundstücke wie auch für eine Wohnung oder ein Eigenheim. Käufer sollten die Grunderwerbsteuer bereits bei ihrer Baufinanzierung mitberücksichtigen. Die Höhe der Steuer fällt je nach Bundesland unterschiedlich aus und kann 3,5 Prozent, aber auch bis zu 6,5 Prozent betragen. Zahlt der Käufer für eine Wohnung 250.000 Euro, beträgt der Steueranteil in Baden-Württemberg 12.500 Euro, in Berlin 15.000 Euro und in Nordrhein-Westfalen sogar 16.250 Euro. Sofern beim Finanzamt kein Antrag auf Verschiebung gestellt wird, ist der Betrag innerhalb von vier Wochen nach Zahlungsaufforderung zu begleichen.

Wie hoch die Spannbreite insgesamt ist

Die Regelung, dass die Bundesländer die Höhe der Grunderwerbsteuer selbst festlegen dürfen, besteht seit dem 1. September 2006. Länder mit klammer Kasse können so finanzielle Defizite ausgleichen. Die Grunderwerbsteuer fließt dabei nicht – oder allenfalls nur zum Teil – in den staatlichen Wohnungsbau. Bei der Höhe des Steuersatzes gibt es eine große Spannbreite: Die niedrigsten Steuersätze haben Bayern und Sachsen mit 3,5 Prozent, Spitzenreiter mit 6,5 Prozent sind die Länder Schleswig-Holstein, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und das Saarland. Dazwischen liegen diese Länder und Stadtstaaten mit folgenden Werten: Hamburg mit 4,5 Prozent; Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt mit 5,0 Prozent. In Berlin und Hessen gilt ein Grunderwerbsteuersatz von 6,0 Prozent.

Seit Herbst 2006 haben alle Bundesländer außer Bayern und Sachsen von der Möglichkeit der Erhöhung Gebrauch gemacht, zum Teil sogar mehrfach. Immobilienverbände wie der ZIA und der IVD fordern von der Bundespolitik schon seit Längerem, entweder die Höhe der Grunderwerbsteuer einzufrieren oder alternativ zumindest Ersterwerber von der Steuer zu befreien. Diese Wünsche wurden bis dato nicht erfüllt. Der Bund verweist auf die freie Steuergestaltung der Länder.

Für Eigentümer ist finanzielle Planungssicherheit ein wichtiges Thema. Wie sich die einzelnen Steuersätze in Zukunft entwickeln werden, ist jedoch schwer vorhersagbar. In Schleswig-Holstein wurden zuletzt Pläne diskutiert, den Steuersatz von derzeit 6,5 Prozent wieder zu senken. Es kam aber zu keinem Beschluss. Hingegen hat Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, ab 2020 die Grunderwerbsteuer von 5,0 auf 6,0 Prozent zu erhöhen.

Einem Medienbericht zufolge sind Senkungen der Steuersätze eher nicht zu erwarten. Demnach erzielten die Bundesländer im Jahr 2018 Grunderwerbsteuereinnahmen von insgesamt 14,1 Milliarden Euro, was auch mit dem Bauboom zusammenhängt. Acht Jahre zuvor waren es gerade einmal 5,3 Milliarden Euro gewesen.