Natürlich: Kerzen gehören zu Weihnachten einfach dazu. Ein Adventskranz ohne Kerzen funktioniert nicht, schließlich ist es ja der ganze Charme dieser Tradition, an jedem Adventsonntag ein weiteres Licht zu entzünden. Und selbst mancher Weihnachtsbaum wird auch heutzutage noch von echtem Kerzenfeuer beleuchtet, das nun mal eine ganz andere Atmosphäre schafft als elektrische Lichterketten.

Klar ist aber auch: Zur Adventszeit besteht erhöhte Brandgefahr, nicht nur wegen der vielen Kerzen, sondern auch wegen der zusätzlichen leicht entflammbaren Materialien in der Wohnung. 2017 entstanden in der Adventszeit Brandschäden in Höhe von 32 Millionen Euro in deutschen Wohnungen, schätzte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV); die Zahl der Wohnungsbrände ist rund um Weihnachten um 45 Prozent höher als im Frühjahr oder im Herbst. Wer mal gesehen hat, wie schnell ein Weihnachtsbaum in Flammen aufgehen und plötzlich lichterloh brennen kann, der kann sich schon vorstellen, dass die Brandstatistiken im Dezember in die Höhe schießen.

Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen

Der GDV hat aber ein paar Tipps, mit denen sich solche Unfälle in der Adventszeit vermeiden lassen. Sinnvoll ist es zum Beispiel, den Weihnachtsbaum regelmäßig zu gießen, denn wenn der Baum ausgetrocknet ist, ist er umso schneller entzündlich. Sobald man Kerzen angezündet hat, sei es am Baum oder am Adventskranz, sollte man diese außerdem auf keinen Fall unbeaufsichtigt lassen. Das gilt vor allem, wenn sich kleine Kinder oder Haustiere im Haushalt aufhalten. Wachskerzen sollte man zudem nicht bis zum Ende herunterbrennen lassen, empfiehlt der Haftpflichtverband der Deutschen Industrie (HDI).

Wer keine elektrische Lichterkette, sondern echte Kerzen am Weihnachtsbaum hat, sollte beim An- und Ausmachen übrigens nach einer bestimmten Reihenfolge vorgehen: Angezündet werden die Kerzen von oben nach unten, beim Ausmachen ist es umgekehrt. So geht man sicher, dass man sich nicht versehentlich am Arm verbrennt und dann aus Reflex den Baum oder einige Kerzen umwirft. Dass ein Weihnachtsbaum mit echten Kerzen nicht in der Nähe von Gardinen stehen und nicht mit Dekoration aus Papier geschmückt sein sollte, ist selbstverständlich.

Lichterketten nur mit Gütesiegel verwenden

Aber nicht nur echte Kerzen können eine Gefahr darstellen, sondern auch elektrische Lichterketten. Es ist daher unbedingt zu empfehlen, beim Kauf auf das GS-Siegel und die CE-Kennzeichnung zu achten. Lichterketten für Innenräume sind außerdem nicht als Außenbeleuchtung geeignet. Wer Verlängerungskabel benötigt, um seine Lichterketten anzuschließen, sollte auf keinen Fall mehrere Mehrfachsteckdosen hintereinanderschalten. Dabei besteht erhöhte Brandgefahr, warnt das Innenministerium Baden-Württemberg. Wenn alle Vorkehrungen nicht geholfen haben und doch einmal ein Feuer ausbricht, können zwei Utensilien potenziell lebensrettend sein: Rauchmelder und Feuerlöscher. Mit dem Feuerlöscher sollte man sich idealerweise schon frühzeitig vertraut machen, da im Notfall jede Sekunde zählt. Rauchmelder sind in Neubauten in privaten Wohnräumen bereits bundesweit verpflichtend, in Bestandswohngebäuden ist dies aktuell in 14 von 16 Bundesländern der Fall. Nur in Berlin und Brandenburg gilt eine Übergangsfrist bis Ende 2020.