Wer eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzt, für den ist die Eigentümerversammlung ein Pflichttermin. Denn dort kommen alle Wohnungseigentümer zur Besprechung und Abstimmung zusammen. Dabei geht es um Themen wie das Bestellen oder Abberufen eines Verwalters, die Jahresabrechnung, den Wirtschaftsplan, bauliche Maßnahmen, Sonderumlagen und vieles mehr.

Mindestens einmal im Jahr muss der Verwalter eine Eigentümerversammlung einberufen. Gibt es keinen Verwalter, kann der Vorsitzende des Verwaltungsbeirats diese Aufgabe übernehmen. Wohnungseigentümer können einen solchen Beirat wählen, indem sie drei Eigentümer aus ihren Reihen auf unbestimmte Zeit zu Beiratsmitgliedern ernennen. Fehlt der Verwaltungsbeirat, kann in Ausnahmefällen auch einer der Eigentümer die Versammlung einberufen. Allerdings ist es notwendig, dass die Einberufung einvernehmlich durch alle Eigentümer erfolgt mit der Folge, dass der Eigentümer, der das Einberufungsverlangen gestellt hat, zur Einberufung und Leitung der Eigentümerversammlung ermächtigt werden kann. Es besteht hierbei die Möglichkeit, diesen Anspruch auf Erteilung der Ermächtigung gerichtlich durchzusetzen.

Eine Eigentümerversammlung folgt klaren, vom Gesetzgeber festgelegten Regeln. Das betrifft schon die Einladung, deren Ladungsfrist mindestens zwei Wochen beträgt, damit alle Wohnungseigentümer den Termin einplanen können. Nur in dringenden Fällen kann die Frist verkürzt werden. Die Ladung umfasst zudem eine entsprechende Tagesordnung mit detailliert aufgelisteten Punkten, über die beraten und abgestimmt werden soll. Unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ können nur Beschlüsse über Angelegenheiten von untergeordneter Bedeutung gefasst werden, andernfalls können nicht genau Beschlüsse später angefochten werden.

Zur ordnungsgemäßen Einladung zu einer Eigentümerversammlung gehören auch vollständige Angaben zu Namen und Anschrift der Eigentümer und des Verwalters, die genaue Bezeichnung der Gemeinschaft, für die die Versammlung einberufen wird (Ort und Straße), der Ort der Versammlung (genaue Bezeichnung) sowie das Datum und die Uhrzeit der Versammlung.

Nicht zwingend notwendig, aber hilfreich ist auch der Hinweis auf eine mögliche Stimmrechtsübertragung. Grundsätzlich dürfen zwar nur Mitglieder der jeweiligen Wohnungseigentümergemeinschaft teilnehmen, wer aber verhindert ist, kann einem Stellvertreter im Vorfeld eine Vollmacht erteilen. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil mehr als die Hälfte der Eigentümer anwesend sein muss, um beschlussfähig zu sein. Kommt keine Mehrheit zustande, ist es Aufgabe des Verwalters, eine weitere Versammlung zu einem späteren Zeitpunkt einzuberufen.

Grundsätzlich hat jede Partei, der eine oder mehrere Wohnungen in einem Objekt gehören, eine Stimme (sog. Kopfprinzip). Das gilt auch für Ehepaare oder Erbengemeinschaften, denen eine Wohnung gemeinsam gehört. Das gilt immer, so lange nichts anderes vereinbart wurde. Haben sich die Eigentümer auf ein anderes Modell, wie etwa das Wertprinzip, geeinigt, sind andere Regeln anzuwenden. In einem solchen Fall richtet sich die Stimmkraft beispielsweise nach der Anzahl der Miteigentumsanteile.