Der Sommer hat es gut gemeint mit uns doch der Winter kommt bestimmt und macht sich durch zeitweilige Herbststimmung, frühere Sonnenuntergänge und kühlere Abendtemperaturen bereits bemerkbar. Beim ersten Temperaturabsturz oder spätestens bei Kälteeinbruch wird die Heizungsanlage für ein wohliges Wohnklima in Betrieb genommen. Während der Sommermonate verrichtet sie lediglich für eine ausreichende Warmwasserversorgung ihren Dienst.

Um dann einem Worst-Case-Szenario, dem Ausfall des Wärmespenders, vorzubeugen, lohnt es sich, eine Wartung im besten Fall bereits im Anschluss an die vergangene Heizperiode oder während der Sommermonate vornehmen zu lassen. Dann gestaltet es sich wesentlich leichter, im Frühjahr oder Sommer einen Termin bei einem Heizungsinstallateur zu erlangen. Kurz vor Winterbeginn laufen die Telefone in den Fachhandwerker-Betrieben heiß. „Da viele Bewohner ihre Anlagen gerade vor der ersten Inbetriebnahme überprüfen wollen“, sprechen viele Handwerker aus Erfahrung.

Die warme Jahreszeit ist ein geeigneter Zeitpunkt für einen Check des komplexen Heizungssystems, dessen Einzelbestandteile aufeinander abgestimmt sein müssen, um reibungslos zu funktionieren und die volle Leistung bei möglichst geringem Energieaufwand zu bringen. „Wird die Anlage im Sommer gewartet und optimiert, kann man bereits mit Beginn der neuen Heizsaison Energie und Kosten sparen“, rät der Zentralverband Sanitär Heizung Klima.

„Wir empfehlen jedem Anlagenbetreiber einen Wartungsvertrag mit seinem Heizungsbauer vor Ort abzuschließen. Die Wartung erfolgt dann regelmäßig nach dem Ende der Heizperiode. So ist sichergestellt, dass die Heizung im kommenden Herbst wieder problemlos ihren Dienst aufnimmt“, sagt Frank Ebisch vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. Dies ließe sich immer ganz gut mit den regelmäßigen Wartungsintervallen beim Auto vergleichen. „Hier fahren wohl die wenigstens Autobesitzer ihren fahrbaren Untersatz ohne regelmäßige Wartungen und Kontrollen“, meint Ebisch und folgert: „Auch wenn man sich im letzten Winter über eine hohe Heizkostenrechnung geärgert hat – die Anlage läuft in den meisten Häusern unabhängig vom technischen Zustand munter weiter“. Das böse Erwachen erfolge zumeist beim ersten Temperatursturz.

„Zu den anfallenden Kosten für eine Wartung lässt sich nur schwer etwas sagen. Es kommt darauf an, wie viel Zeit aufzuwenden ist“, gibt Ebisch zu bedenken. Auch die Frage, ob gewisse Verschleißteile wie Düsen oder Schrauben auszutauschen sind oder nicht. Denn wenn die Wartung nach einem längeren Zeitraum ohne Kontrolle erfolge, sei das in der Regel aufwendiger als bei der jährlichen Routineuntersuchung. Die Kosten können je nach Wohnlage, Bezirk oder Bundesland unterschiedlich hoch sein. Es darf auch angenommen werden, dass eine regelmäßige Wartung der Heizung auf Dauer geringere Gesamtkosten verursacht als eine nicht intervallmäßig durchgeführte Routine-Wartung mit entsprechend höheren Heiz- oder auch Reparaturkosten.

Bezüglich des Zeitaufwandes rät der Zentralverband Sanität Heizung Klima, ungefähr zwei Stunden für eine Wartung einzuplanen.

Die jährliche Wartung von Gas- oder auch Ölheizungen erfolgt in mehreren Arbeitsschritten. Die Funktion des Brenners wird überprüft, die Einspritzdüse und die Zündelektroden werden auf Verschleiß kontrolliert. Eine erforderliche Maßnahme bei der Pflege der Anlage stellt die gründliche Säuberung des Brennraumes dar. Dieser muss gänzlich von den Verbrennungsrückständen befreit werden, weil diese Ablagerungen einen höheren Energieverbrauch bedingen. Dichtungen, die Einstellungen der Anlage und der Wasserdruck im Kessel werden kontrolliert. Die Abgaswerte werden auf ihre gesetzlich vorgegebenen Grenzwerte nach Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes hin überprüft, und Heizkörper bei Bedarf entlüftet. Bei Gasheizungen wird außerdem die Dichte der Leitungen und Anschlüsse überprüft.

Als Wohnraum-Eigentümer hat man die Kosten natürlich selbst zu tragen. Als Mieter lohnt es sich, einen Blick in den Mietvertrag zu werfen. Grundsätzlich nämlich sind die Kosten für die Wartung vom Objektmieter zu bezahlen, wenn dieser auch für die Betriebskosten aufkommt. Denn Wartungskosten für die Heizungsanlage sind in den Betriebskosten inkludiert. Kosten für die Wartung von Gasthermen, Etagenheizungen oder anderen Heizungsanlagen sind laut Betriebskostenverordnung den Betriebskosten zuzurechnen. Üblicherweise wird die Pflege der Anlagen einmal im Jahr vorgenommen. Kosten für die Instandsetzung oder anfallende Reparaturkosten für die Heizungsanlage sind vom Vermieter zu tragen. Denn Reparaturen der Heizungsanlage wie der Austausch des Brenners beispielsweise sind nicht umlagefähig.