Von Frühjahr bis zu Sommer sorgen sperrangelweit geöffnete Fenster für eine laufende Luftzirkulation und einen natürlichen Luftaustausch in den Wohnräumen. Sie lassen schlechte Luft, Bakterien sowie die Feuchtigkeit von Wäschetrocknen, Duschen oder Kochen schlichtweg entweichen.

Nun bleiben die Fenster tagsüber geschlossen, und die Heizkörper sind im Dauerbetrieb, damit die Außentemperaturen nicht annähernd gleich oder gar niedriger sind als in den Innenräumen. Der Herbst ist eingekehrt und mit ihm die Notwendigkeit richtig zu lüften, die Räume mit sauerstoffreicher, frischer Luft zu versorgen, die Luftfeuchtigkeit zu minimieren und dabei angenehme Wohntemperaturen zu erhalten.

Dicke Luft in Innenräumen ist der Gesundheit gar nicht zuträglich

Lüften tut einfach gut. Abgestandene Innenluft wird gegen sauerstoffhaltige, trockene Frischluft getauscht, schlechte Gerüche werden einfach ins Freie verwiesen. Verbrauchte Luft in Wohn- und Arbeitsräumen kann bei empfindlichen Menschen sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Hautreizungen, Atembeschwerden, Müdigkeit oder allergischen Reaktionen führen. Manchmal sind es auch unsichtbare Schimmelpilz-Sporen, die über die Atemwege aufgenommen werden und Reizreaktionen wie Schnupfen oder Schleimhautentzündungen hervorrufen können.

Grundsätzlich ist jedoch dicke Luft in Wohn- und vor allem in Schlafzimmern für niemanden gesund. Wenn zudem Feinstaub, Viren, Bakterien oder schlechte Gerüche umherschwirren, verunreinigen diese das Wohnklima, beeinträchtigen die Gesundheit und können das Atmen erschweren. Regelmäßig mit Frischluft angereicherte Innenräume sind also das A und O für ein behagliches und gesundes Raumklima. Richtig lüften will gelernt und praktiziert werden, damit dicke Luft gar nicht erst aufkommt. Und so klappt es am besten.  

Stoß- und Querlüften am besten über den Tag verteilt

Um sich in der kälteren Jahreszeit zuhause in einer angenehmen Raumtemperatur und -luft richtig wohl zu fühlen, müssen diese beiden Faktoren harmonieren. Nicht ratsam ist es, tagsüber die Fenster zu kippen. Der Luftaustausch wäre zu gering. Außerdem kühlen dadurch  die Fensterrahmen und der Raum aus, was wiederum Schimmelbildung begünstigen könnte. Behaglichkeit sowie ein frisches, gesundes Raumklima im Wohnbereich erreicht man durch Stoß- oder Querlüften für zirka bis zu fünf Minuten. Während beim Stoßlüften nur ein Fenster geöffnet wird, werden beim Querlüften gegenüberliegende Fenster rund fünf Minuten lang geöffnet, um die alte Luft hinaus und neue herein zu befördern. Wichtig beim Stoß- als auch Querlüften ist, die Heizung währenddessen abzudrehen, damit die Wohnung nicht auskühlt. Laut energie-fachberater.de gilt: Je höher die Außentemperatur, desto länger muss gelüftet werden. Je nach Jahreszeit funktioniert der Luftaustausch unterschiedlich. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen ist, desto schneller klappt der Luftaustausch.

Alles auf Durchzug, bitte – beim Lüften ist das sogar einige Male pro Tag erlaubt

Als Richtwert für ein optimales Lüftungsverhalten gilt, mindestens drei Mal täglich für Durchzug und damit für einen umfassenden Luftaustausch in den Innenräumen zu sorgen. Natürlich steht das Lüften auch immer in Abhängigkeit von der Anzahl und tatsächlichen Anwesenheit aller Menschen, der Wohngröße und der Dichtung sowie Dämmung der Räume. Das gilt für das Zuhause, den Arbeitsplatz oder die Schule.

Zimmerpflanzen können luftreinigend sein und sich auf das menschliche Wohlbefinden wie das Wohnklima positiv auswirken. Als Ersatz für das Lüften gelten sie aber keinesfalls. Denn auch Pflanzen geben Feuchtigkeit an ihre Umgebung ab, und Feuchtigkeit ist die ideale Grundlage für Schimmel. Ausreichendes Lüften wirkt daher auch dem gesundheitsschädlichen Schimmelbefall entgegen.

Die Feuchtigkeit, die beim Duschen oder Baden entsteht, sollte immer im Anschluss durch geöffnete Fenster oder eine geeignete Lüftungsanlage sofort entweichen können. Das gleiche gilt für die Küche. Wasserdämpfe und Feuchtigkeit, die beim Kochen entstehen, oder schlechte Gerüche sollten umgehend abgelüftet werden.

Gerade in Grippe- wie auch Corona-Zeiten ist Lüften besonders wichtig

Im kommenden Winter verdient das Lüften in Schulen, in öffentlichen Gebäuden sowie zuhause besondere Aufmerksamkeit. Zur jährlichen Grippesaison kommt zudem der weiterhin grassierende Corona-Virus. Regelmäßiges Lüften kann eine Ansteckungsgefahr erheblich verringern. Also: warm und zwiebelgerecht kleiden und Fenster auf für frische Luft und ein gesundes Raumklima.