Barrierefreiheit in Wohngebäuden ist nicht nur für Menschen mit (Geh-)Behinderungen wichtig, sondern ebenso im Hinblick auf die demografische Entwicklung. Künftig werden immer mehr ältere Menschen darauf angewiesen sein, dass man in Wohnungen auch mit Rollator oder Rollstuhl gut leben kann. Und viele Wohneigentümer wünschen sich natürlich, so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen zu können. Deshalb werden barrierefreie beziehungsweise altersgerechte Umbaumaßnahmen für Wohnungsbesitzer ein immer bedeutenderes Thema – das übrigens staatlich gefördert wird.

Es gibt für Wohneigentümer mehrere Stellen in der eigenen Wohnung, die barrierefrei umgestaltet werden können. Das Entfernen von Schwellen ist zum Beispiel ein essenzieller Eingriff auf dem Weg zur Barrierefreiheit. Dazu gehören etwa Schwellen an Innentüren, aber auch am Zugang zum Balkon oder zur Terrasse. Lassen sich die Schwellen nicht unkompliziert entfernen, können diese auch mithilfe von Rampen oder Schwellenbrücken überwunden werden.

Breite Türen und bodengleiche Duschen

Türdurchgänge sollten eine Breite von mindestens 80 Zentimetern haben, damit Rollstuhlfahrer problemlos hindurchpassen – ist das nicht der Fall, kann man über eine Verbreiterung der Türdurchgänge nachdenken. Rund um die Wohneingangstür braucht es außerdem genug Platz, um mit Rollstuhl oder Rollator rangieren zu können.

Auch für ein barrierefreies Badezimmer ist ausreichend Bewegungsfreiheit notwendig, wofür der Raum oft komplett umgestaltet werden muss. Eine verbesserte Barrierefreiheit gewährleistet zudem eine bodengleiche Dusche, damit man im Alter beziehungsweise mit Gehbehinderung einfach hinein- und hinausgelangen kann. Auch für Badewannen gibt es barrierefreie Lösungen. Das WC kann natürlich ebenfalls barrierefrei gestaltet sein – dafür sind etwa genügend Bewegungsfläche um die Toilette herum sowie an der Wand angebrachte Haltegriffe vonnöten.

Bis zu 6.250 Euro Zuschuss von der KfW

Der Einbau von Haltegriffen ist übrigens auch für Mieter möglich, ohne dass dafür eine Erlaubnis vom Eigentümer nötig wäre, da dies keinen Eingriff in die Bausubstanz darstellt. Größere Umbaumaßnahmen können Mieter aber in der Regel nur in Absprache mit ihrem Vermieter vornehmen. Zwar ist ein Vermieter in einigen Fällen dazu verpflichtet, eine entsprechende Erlaubnis zu erteilen, doch er kann dann auf einen Rückbau zum Auszug des Mieters bestehen, wodurch der Mieter doppelte Kosten hätte – für den Umbau und den Rückbau. Sofern sich Mieter und Vermieter auf einen Umbau einigen, kann der Mieter die Kosten übernehmen und schriftlich mit dem Vermieter festhalten, dass ein Rückbau später nicht nötig ist. Oder der Eigentümer finanziert den Umbau gleich selbst – dann aber meist nicht, ohne mittels Modernisierungsumlage die Kaltmiete zu erhöhen.

Die staatliche Förderbank KfW fördert barrierefreie Umbauten mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 6.250 Euro. Gefördert werden Maßnahmen, die Barrieren reduzieren und den Wohnkomfort für ältere beziehungsweise eingeschränkte Menschen erhöhen. Dazu gehören auch viele der in diesem Beitrag aufgezählten Maßnahmen – von der Verbreiterung der Türdurchgänge über die Änderung des Raumzuschnitts bis zum bodengleichen Umbau der Dusche. Darüber hinaus werden noch weitere Maßnahmen gefördert, zum Beispiel der Einbau eines Treppenlifts.