Die Glühbirne im Eingangsflur eines Berliner Mehrfamilienhauses ist wieder einmal durchgebrannt. Das kommt ab und an vor. Gut, dass Herr Gustav, der Hausmeister, an Ort und Stelle ist, um das kleine Alltagsmalheur zu beheben. Nachdem er freundlicherweise einer betagten Mieterin die Einkaufstaschen hochgetragen hat.

Tag für Tag ist besagter Herr Gustav mit Handwerksarbeiten und kleinen Reparaturen im ganzen Haus beschäftigt. Dazu zählen die Reinigung und Pflege des Treppenhauses, das Kehren der Gehwege vor dem Haus, Wartungsarbeiten in den Gemeinschaftsräumen und Fluren und sogar die Beseitigung von Schnee auf den Gemeinschaftswegen in den Wintermonaten. Erweitert werden die typischen Hausmeistertätigkeiten durch Arbeiten im Gemeinschaftsgarten wie Laubkehren, Blumengießen, Rasenmähen oder Heckenschneider. Hinzu kommen Aufgaben wie das Entlüften der Heizkörper und Ablesen der Zählerstände sowie die Überwachung des Fahrstuhls, der Wasserversorgung und der Heizungsanlage.

Hausmeister halten Haus, Garten und Außenbereiche in Schuss

Hausmeister und Hauswarte zeichnen für die Pflege und Instandhaltung von Gebäuden, Grundstücken und haustechnischen Anlagen verantwortlich. Handwerkliche Kenntnisse, Sorgfalt und Reparaturgeschick prägen das Berufsbild Hausmeisterservice. Ein Hausmeister könnte aber auch in Sicherheitstechnik, Brandschutz und für den Winterdienst geschult und einsetzbar sein. Eine klassische Ausbildung für diesen Beruf gibt es nicht. Eine vergleichbare, abgeschlossene handwerkliche oder technische Ausbildung ist jedoch eine gute Voraussetzung für diese Branche, die Vielseitigkeit und körperliche Aktivität erfordert. Renovierungsarbeiten wie das Verlegen von Böden fallen nicht in die Befugnis eines Herrn Gustav, der allerdings ein Auge auf die beauftragten Fachkräfte bei der Ausführung ihrer Arbeit werfen soll.

Ausbildung zum Hauswart als Aufstiegschance

Hausmeister können sich während einer neunmonatigen Schulung zum Hauswart beziehungsweise Haustechniker beruflich weiterbilden und ihre Kompetenzen damit ein Stück erweitern. Als Hauswart dürfte beispielsweise Herr Gustav dann größere Reparaturaufträge an entsprechende Fachkräfte vergeben, organisatorische Aufgaben übernehmen und Termine koordinieren. Er könnte dann auch als kommunikatives Bindeglied zwischen Vermieter und Mieter in Sachen Informationsweitergabe auftreten, beispielsweise wenn Renovierungsarbeiten anfallen. 

Hausmeister sorgt für Ordnung und Ruhe

Besagter Herr Gustav und seine Branchenkollegen sorgen als Arbeitnehmer des Hauseigentümers oder der Hausverwaltung für Ordnung, Sauberkeit, Sicherheit und Ruhe sowie für eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Immobilie. Verstöße dagegen sowie gegen die allgemeine Haus- und Ruheordnung darf und soll ein Hausmeister auch an die Hausverwaltung oder den Hauseigentümer weiterleiten.

Kosten für Hausmeister dürfen als Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden

Der Vermieter kann die Kosten für den Hausmeister über den Mietvertrag als Betriebskosten auf den Mieter umlegen, wenn sie dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit entsprechen und der Hausmeister oder Hauswart mit Wartungs-, Reinigungs- und Gartenarbeit betraut ist. Weitere Arbeitskosten wie zum Beispiel durchgeführte Wohnungsbesichtigungen oder Mietersprechstunden dürfen nicht zu den Betriebskosten gezählt werden. In der Betriebskostenabrechnung müssen die Gesamtkosten für den Hauswart angeführt werden. Verwaltungsaufgaben fallen nicht in die üblichen Kompetenzen eines Hausmeisters und dürfen nicht als Betriebskosten abgegolten werden. Um Missverständnissen vorzubeugen, ist ein Hausmeister-Dienstvertrag über den genauen Tätigkeitsbereich zu empfehlen.

Hausmeister hat kein Recht auf Zweitschlüssel zu Wohnungen

Vermieter, Hauseigentümer oder Hausmeister haben keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Zweitschlüssel zur Wohnung und dürfen grundsätzlich nur nach Vereinbarung die Wohnung betreten. Einen Schlüssel aber bei jemandem zu hinterlegen, der bei anstehenden Reparaturen, zu Urlaubszeiten oder im Notfall wie bei einem Wasserschaden oder Brandgefahr Zutritt in die Wohnung erlangen kann, macht durchaus Sinn. In einem Notfall hat der Vermieter sogar das Recht und die Pflicht, eine Wohnung zu betreten, um Schäden beheben oder ausgehende Gefahren verhindern zu können. In brenzligen Situationen ist es förderlich und hilfreich, wenn ein Wohnungsschlüssel schnell zur Hand ist, und der Hausmeister Zutritt erlangt.