Wer eine Immobilie erwerben möchte, sollte sich vorab eingehend über das Objekt seines Interesses informieren. Dazu gehören die Lage, der Zustand, die Kosten sowie die Vermietungssituation der Immobilie. Mit folgenden vier Tipps können Selbstnutzer und Kapitalanleger Risiken beim Immobilienkauf umgehen.

1. Kosten richtig einschätzen

Oberste Priorität hat die Finanzierung. Schon vor der aktiven Suche nach einer Immobilie ist ein Kassensturz fällig, um den Eigenkapitalanteil, die Höhe des Immobilienkredits und die monatlichen Raten für dessen Tilgung realistisch kalkulieren zu können. Zudem sollte sich jeder Käufer über die mit einem Immobilienkauf verbundenen Kosten bewusst sein. Denn zum Kaufpreis hinzu kommen stets die Erwerbsnebenkosten für den Notar und die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland 3,5 bis 6,5 Prozent beträgt, sowie optional häufig auch die Maklergebühren. Für den Immobilienkredit fällt neben den Zinsen bei Neubauten gegebenenfalls eine Bereitstellungsgebühr für den Kredit an. Zusätzlich zum reinen Immobilienpreis sollten Käufer je nach Bundesland fünf bis fünfzehn Prozent Zusatzkosten einkalkulieren.

2. Lage und Infrastruktur beachten

Viele Käufer in spe bevorzugen eine zentral gelegene Immobilie. Doch ist Eigentum, vor allem in Ballungszentren, in der Regel vergleichsweise hochpreisig und begehrt. Wer sich in Randlagen umsieht, findet hingegen oft noch Immobilien zu moderaten Preisen, die mit einer guten Lage überzeugen. Von Vorteil ist eine günstige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie eine schnelle Erreichbarkeit von Supermärkten, Ärzten, Kindergärten und Schulen. Ziehen allerdings mehr Menschen weg als zu, ist Vorsicht angebracht. Das gilt insbesondere für Kapitalanleger, die die Immobilie nach dem Kauf vermieten wollen. Sie riskieren mit einer unbedachten Entscheidung Leerstände und Mieteinbußen. Für sie sind die Lage und die Größe einer Immobilie hinsichtlich der zu erwartenden Rendite entscheidend.  Kapitalanleger sollten sich daher vorab gut informieren, wo genau sich stabile Renditen erwirtschaften lassen.

3. Zustand der Immobilie prüfen

Darüber hinaus gilt es für Selbstnutzer und Kapitalanleger gleichermaßen, den Zustand der Immobilie genauestens zu prüfen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass die Kosten für eine Sanierung oder Modernisierung schnell das Budget übersteigen. Eine Altbauwohnung mit Stuckornamenten und hohen Decken kann zwar sehr reizvoll sein, die Wartungs-, Instandhaltungs- und Energiekosten sind jedoch nicht zu unterschätzen. Steht die Eigentumswohnung unter Denkmalschutz, kommen zudem Auflagen der zuständigen Denkmalschutzbehörde hinzu, die eine energetische Sanierung und bauliche Eingriffe oft erschweren bis unmöglich machen.

Unabhängig davon, ob es sich um einen Alt- oder Neubau handelt, ist es wichtig, die Immobilie auf versteckte Mängel zu untersuchen. Unter anderem ist zu prüfen, ob Badezimmer oder Keller von Schimmel befallen sind und inwieweit Schäden an der Bausubstanz bestehen. Sind Fenster und Wände ausreichend gedämmt und ist das Dach dicht? Solche Mängel sollten – idealerweise mit Nahaufnahmen – dokumentiert werden. Ratsam ist es im Bedarfsfall einen unabhängigen Sachverständigen hinzuzuziehen, der die Kosten für die Beseitigung der Mängel realistisch einschätzen kann.

4. Vermietungssituation analysieren

Welches Mieterklientel soll in die Immobilie einziehen? Die Antwort auf diese Frage sollten Kapitalanleger schon vor dem Kauf kennen. Leben in der Umgebung etwa überwiegend ältere Menschen, ist eine Eigentumswohnung ohne Aufzug im zehnten Stock eines Apartmenthauses als Kapitalanlage eher ungeeignet, genauso wie ein Vorort mit schlechter Verkehrsanbindung keine jungen Arbeitnehmer anzieht. Ebenso ist ein hoher Leerstand im Objekt ein schlechtes Omen, möglicherweise wurden notwendige Reparaturen nicht durchgeführt. Selbstnutzer wie Kapitalanleger sollten in jedem Fall nicht nur die Immobilie selbst, sondern auch den Verkäufer unter die Lupe nehmen. Denn auf dem hart umkämpften Wohnmarkt gibt es immer schwarze Schafe, deren Immobilien mehr Schein als Sein sind.