Wer den Entschluss gefasst hat, in eine Eigentumswohnung zu investieren, steht irgendwann vor einer wichtigen und nicht einfachen Entscheidung: Soll es eine Neubauwohnung werden oder doch lieber älterer Bestand sein?

Auch wenn sich Altbauimmobilien mit ihrem besonderen Charme derzeit großer Beliebtheit erfreuen – Neubauimmobilien haben viele Vorteile. Zuerst ins Auge fällt der Vorteil der Neuwertigkeit. Größere Renovierungen sind auf viele Jahre hinaus nicht nötig, und falls Reparaturen anfallen, kommt in der Regel für mindestens fünf Jahre die Gewährleistung des Bauträgers zum Tragen. Die verbaute Technik ist in aller Regel „up to date“, eine Fußbodenheizung genau wie ein Aufzug sind normalerweise Standard.

Hohe Energieeffizienz und mehr Gestaltungsspielraum

Ein weiterer Vorteil des Neubaus ist die hohe Energieeffizienz. Dank doppelt verglasten Fenstern, guter Wärmeisolierung und moderner Heizungsanlage haben Neubauwohnungen einen niedrigen Primärenergiebedarf. Das wirkt sich positiv auf die nächste Heizkostenabrechnung aus. Gleichzeitig sind energetische Sanierungen in naher Zukunft nicht erforderlich. Zusätzlich sorgen moderner Schallschutz und Schalldämmung dafür, dass die spontane Küchenparty der Nachbarswohngemeinschaft nicht für schlaflose Nächte sorgt.

Hinzu kommt, dass Käufer einer Neubauwohnung, die sich zum Kaufzeitpunkt noch im Bau befindet, oft einen gewissen individuellen Gestaltungsspielraum haben. Der Fußbodenbelag kann zum Beispiel ausgewählt werden, die Armaturen im Bad oder die Gegensprechanlage mit Videofunktion. Bei der Planung der Grundrisse spielt heute der Komfort eine große Rolle. Sie sind zeitgemäß durchdacht und die Raumaufteilung auf das Alltagsleben ausgerichtet. Ein Beispiel dafür sind offene Wohnküchen, die sich als Mittelpunkt des Familienlebens immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Bestandswohnungen sind in der Regel günstiger

All das kommt jedoch mit einem höheren Preis, denn Neubauwohnungen können bei vergleichbarer Größe je nach Ausstattung bis zu 50 Prozent teurer sein als Bestandswohnungen. Mit dem Kauf einer noch im Bau befindlichen Neubauwohnung gehen außerdem zahlreiche Entscheidungen und viel Kontakt mit Handwerkern und Baufirmen einher. Dieser Aufwand entfällt bei der Entscheidung für eine Gebrauchtimmobilie.

Zudem muss sich der Käufer einer Bestandswohnung nicht gedulden, bis das Gebäude fertiggestellt ist, sondern kann die Wohnung meist sofort beziehen oder vermieten. Eine Verschiebung des Einzugstermins aufgrund von Verzögerungen oder Baumängeln ist ebenfalls selten der Fall. Ferner kann der Käufer die Bestandsimmobilie besichtigen. Der Zustand des Objekts kann in aller Ruhe geprüft und zur Unterstützung auch die Meinung eines Sachverständigen eingeholt werden. Dabei ist es sinnvoll, die Nebenkostenabrechnungen der letzten Jahre zu vergleichen und zu prüfen, um später nicht von unerwartet hohen Kosten überrascht zu werden. Denn auch für Instandhaltung und Modernisierung sollte der Käufer einer Bestandsimmobilie stets weitere Kosten einplanen.

Am Ende ist die Entscheidung eine höchst individuelle

Bezüglich ihrer Lage unterscheiden sich die Immobilienarten ebenfalls: Zwar wird auch in zentralen Lagen neu gebaut, aber vor allem in den größeren Metropolen befinden sich Neubauten oft eher am Stadtrand. Bestandsimmobilien finden sich hingegen häufiger in zentraleren Lagen oder sogar direkt im Stadtkern mit gewachsener Infrastruktur.

Letztlich gibt es für die Frage, ob Neubau oder doch Bestandsimmobilie, keine pauschale Antwort. Welche Immobilie die richtige ist, hängt von finanziellen Möglichkeiten, individuellen Lebensumständen und eigenen Wünschen ab.