Nur 45 Prozent Wohnungseigentümer – in Deutschland besitzen so wenige Menschen eine Immobilie wie in ganz Europa nicht, lediglich in der Schweiz ist die Quote niedriger. Die Bundesregierung hat erkannt, dass Wohneigentum wichtig ist und will Menschen beim Kauf von Eigentum künftig fördern. Das wurde im Entwurf zum Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD schriftlich festgehalten.

„Wir werden die Eigentumsbildung für Familien finanziell unterstützen. Dafür führen wir für den Ersterwerb von Neubau oder Bestand ein Baukindergeld als Zuschuss aus dem Bundeshaushalt in Höhe von 1.200 Euro je Kind und pro Jahr ein, das über einen Zeitraum von zehn Jahren gezahlt wird. Das Baukindergeld wird flächendeckend bis zu einer Einkommensgrenze von 75.000 Euro zu versteuerndem Haushaltseinkommen pro Jahr und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind gewährt.

Wir wollen ein Bürgschaftsprogramm der KfW einführen, mit dem ein Anteil des Kaufpreises bzw. der Baukosten selbst genutzten Wohneigentums abgesichert wird. Dadurch kann das beim Erwerb notwendige Eigenkapital gesenkt werden. Die Bürgschaft soll für 20 Jahre gelten.“

Doch was heißt das konkret für Menschen, die den Erwerb einer Immobilie planen?

Wer Kinder hat, kann vom Baukindergeld profitieren – das verrät bereits der Name dieser Subventionsmaßnahme. Dabei spielt es keine Rolle, ob Eltern verheiratet sind oder nicht, ob sie zusammen oder getrennt leben. Worauf es ankommt, ist, dass es Kinder im Haushalt gibt. Wer Nachwuchs hat, muss also rechnen. Geplant ist, dass nicht alle Eltern Anspruch auf die finanzielle Unterstützung haben, sondern nur jene mit niedrigen und mittleren Einkommen. 75.000 Euro brutto pro Jahr und 15.000 Euro zusätzlich pro Kind dürfen nicht überschritten werden. Ob die 75.000 Euro gemeinsam oder allein erwirtschaftet werden, hat keine Auswirkungen.

Schauen wir uns ein Beispiel an: ein Paar (verheiratet oder nicht) beziehungsweise ein Alleinerziehender mit einem Kind. Dann darf der Haushalt über ein zu versteuerndes Einkommen von 90.000 Euro verfügen. Bei zwei Kindern sind es 105.000 Euro, bei drei Kindern 120.000 Euro. Je Kind und Jahr gibt es den Planungen der Bundesregierung zufolge dann 1.200 Euro Förderung – und das zehn Jahre lang. Eine durchschnittliche Familie mit zwei Kindern kann also 24.000 Euro an Baukindergeld erhalten. Wichtig ist dabei, folgende Punkte zu beachten. Erstens heißt das Baukindergeld zwar so, bezieht sich aber auf Bestands- wie Neubauten. Wer also eine bestehende Wohnung kauft, profitiert trotzdem. Zweitens bezieht sich die Förderung nur auf den Ersterwerb. Wer schon eine Wohnung besitzt, kann somit kein Baukindergeld für eine Kapitalanlage oder Ferienwohnung in Anspruch nehmen.

Die Bundesregierung plant neben dem Baukindergeld eine weitere Fördermaßnahme in Form von Kreditbürgschaften der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Was ist die Idee dahinter? Viele Menschen, die Wohneigentum erwerben möchten und geringe beziehungsweise mittlere Einkommen haben, schaffen es nicht, genügend Eigenkapital anzusparen. Ihr Gehalt hat nicht ausgereicht, um jeden Monat Geld für eine Immobilie beiseitezulegen. Um Menschen mit wenig Eigenkapital dennoch den Weg zum Eigenheim zu ermöglichen, soll die KfW künftig für den Kredit bürgen. Dadurch müssen Menschen weniger Eigenkapital aufbringen und können dennoch eine Finanzierung erhalten. Die Bürgschaft soll dabei für zwanzig Jahre gelten und – wie das Baukindergeld – sowohl für den Neubau als auch für den Erwerb von Bestandsimmobilien gelten. Die Höhe des Bürgschaftsbetrags soll dabei individuell festgelegt werden. Das Gute an der KfW-Bürgschaft ist übrigens erwiesen. Die Ausfallquote bei Wohnungskrediten ist weitaus niedriger als bei anderen Privatkrediten. Das liegt daran, dass den Menschen ihr Eigenheim so viel wert ist wie wenig anderes. Eigenkapitalbürgschaften können also doppelt helfen. Sie kosten kaum Geld, und sie bringen mehr Menschen in Wohneigentum.