Frühlingszeit ist Gartenzeit. Nicht nur die Blumen und der Rasen wachsen. Auch die sprießende Hecke nimmt eine wichtige Rolle ein. In vielen Fällen dient sie anstatt eines Zauns als natürliche Grundstücksgrenze. Allerdings darf sie nicht auf das Nachbargrundstück oder auf öffentliche Wege und Straßen ragen. In vielen Bundesländern gilt ein Mindestabstand von durchschnittlich 25 bis etwa 75 Zentimetern zum nächsten Grundstück. Auch ist in einigen Ländern die Heckenhöhe geregelt. Beispielsweise in Berlin sollte sie nach Möglichkeit zwei Meter nicht überragen, zudem ist ein Grenzabstand von 50 Zentimetern einzuhalten; bei höheren Hecken nimmt der Abstand auf bis zu einem Meter zu. Die maximal zulässige Höhe einer Hecke ist also zumeist abhängig vom Abstand zum Nachbargrundstück. In Rheinland-Pfalz, Thüringen und dem Saarland gilt bei einem Grenzabstand von 25 Zentimetern eine Maximalhöhe der Hecke von einem Meter. In Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern gibt es hingegen keine landesweit geltende Regelung. Dort wo nur eine Hecke und kein weiterer Zaun zwei private Grundstücke trennt, müssen sich die beiden Eigentümer einigen, wer sich um das Schneiden kümmert. In diesen Fällen sprechen Fachleute von der Hecke als Grenzeinrichtung.

Obacht gilt allerdings beim Schneiden von Hecken. Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen Hecken, Gebüsche und Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30. September nicht auf den Stock gesetzt oder deutlich gekürzt werden. Ein Formschnitt, der die grünen Triebe nur zu maximal zwei Drittel ihrer Länge kürzt, ist dagegen erlaubt. Doch hiervon gibt es Ausnahmen: Die Hecke darf auf keinen Fall dort geschnitten werden, wo beispielsweise Vögel ihre Brut haben. Erst wenn die Nester verlassen wurden, darf nachgeschnitten werden.

Gerichtsurteil über Heckenhöhe

Diese Verbote – die übrigens bei Missachtung mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden können – sind allerdings keine Aufforderung, im Garten gar nichts zu unternehmen. Denn ein Eigentümer darf sich durchaus über den Nachbargarten beschweren, wenn dort Rasen oder Hecke wuchern. So hatte vor einiger Zeit der Bundesgerichtshof entschieden, dass Mieter einer Doppelhaushälfte zu hoch gewachsene Pflanzen kürzen müssten. In diesem Fall war der Mieter dem Wunsch des Eigentümers nicht nachgekommen, was beiden Seiten Ärger bescherte. Der Klagegrund scheint verständlich: In dem betroffenen Garten befanden sich 19 Bäume, die eine Thujenhecke bildeten. Diese hatte mittlerweile eine Höhe von 7,60 Meter erreicht.

Um friedlicher in die Gartenzeit zu starten, sollten Eigentümer und ihre Mieter besser diesen Tipp befolgen: Ein gutes Gespräch mit dem Nachbarn ist durch nichts zu ersetzen.